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Legende: Audio Franziska Schwitter kam vor fast 40 Jahren als erste Frau zur Basler Polizei. abspielen. Laufzeit 13:34 Minuten.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 28.01.2019.
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Wochengast «Der Respekt vor der Autorität hat stark abgenommen»

Franziska Schwitter war die erste Polizistin und später Polizei-Psychologin der Basler Polizei. Jetzt geht sie in Rente.

Franziska Schwitter hatte immer ein Flair für Berufe in Männerdomänen. Als junge Frau lernte sie zunächst Maschinenzeichnerin, 1980 bewarb sie sich als erste Baslerin überhaupt für die Polizeischule. Dass sie sich damit in eine Welt begab, die bis dahin ausschliesslich von Männern dominiert war, habe ihr nichts ausgemacht. «Ich hatte immer ein gesundes Selbstbewusstsein.»

Von den männlichen Kollegen fühlte sie sich stets akzeptiert. Einfacher habe sie es als Frau aber sicher nicht gehabt, sie sei zu Beginn gewiss stärker beobachtet worden. «Aber damit konnte ich umgehen», sagt Schwitter.

«Oh, eine Frau, die schlage ich nicht»

Zehn Jahre lang arbeitete Schwitter im Aussendienst, die ersten vier Jahre im Kleinbasel. Für ihre «Kundschaft» sei der Anblick einer weiblichen Polizistin gewöhnungsbedürftig gewesen, sagt Schwitter. Einmal sei sie wegen einer Schlägerei in eine Bar in der Rheingasse gerufen worden. Als einer der Kontrahenten sie erblickt habe, habe er spontan gesagt: «Oh, eine Frau, die schlage ich nicht.»

In den letzten Jahren habe der Respekt vor den uniformierten Polizisten indes nachgelassen, sagt Schwitter. «Das ist eine allgemeine Tendenz, dass die Achtung vor Autoritäten schwindet.» Für sie als Polizistin sei dies allerdings kein Problem gewesen, sie habe gelernt damit umzugehen.

«Die Arbeit und meine Kollegen werden mir fehlen»

1990 wurde Schwitter Polizei-Psychologin, eine Funktion, welche man bei der Basler Polizei vorher noch nicht kannte. «Es war der Versuch, Probleme vermehrt durch Kommunikation zu lösen und Erlebnisse im Gespräch zu verarbeiten», sagt Schwitter. Und negative Erlebnisse mache man als Polizistin immer wieder, beispielsweise wenn man an einem Tatort auf Leichen treffe. «Mein erster Todesfall war eine Frau, die sich erhängt hatte. Dieses Bild ist mir lange nachgegangen.»

Besonders schlimm sei, wenn andere Polizisten zu Schaden kommen. «Einmal wurde ein Kollege von uns bei einem Einsatz erschossen, das hat das ganze Team durchgeschüttelt», sagt Schwitter. Doch trotz solcher Erlebnisse habe sie ihren Beruf immer gerne ausgeübt, sie habe sich sehr stark als Polizistin indentifiziert. «Die Arbeit und meine Kollegen werden mir fehlen.»

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Ernst Küng  (NestorBS)
    und wen soll das nun echt wundern? in der heutigen zeit, wo praktisch alle als einzelkämper unterwegs sind. die polizeien usw. nichts mehr machen dürfen und die Gerichte keine echten Strafen mehr erteilen (wollen,dürfen) Stichwort "Kuscheljustiz". Immerhin gab es kürzlich ein möglicher Lichtblick (Strafen in Basel bez. Saubannerzug)
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