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Thomas Weber möchte das gesellschaftliche Leben so bald wie möglich koordiniert wieder hochfahren, wie der Regierungsrat im Interview sagt.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 03.04.2020.
abspielen. Laufzeit 15:29 Minuten.
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Wochengast Thomas Weber «Trotz ersten positiven Zeichen braucht es weiter viel Disziplin»

Der Baselbieter Gesundheitsdirektor sagt im Interview, dass ihn die Krise herausfordere, aber auch nachdenklich mache.

SRF Regionaljournal: Seit rund drei Wochen gelten die Notmassnahmen, die unter anderem die Baselbieter Regierung beschlossen hat. Wann heben Sie diese Massnahmen wieder auf?

Thomas Weber: So bald wie möglich und so spät wie nötig. Das heisst, wir müssen die Krankheitsverläufe der Infizierten genau beobachten. Wir dürfen nicht mehr Infizierte haben, als das Gesundheitswesen verkraften kann. Gleichzeitig versuchen wir die Grundlagen dafür zu schaffen, dass wir so bald wie möglich die Massnahmen wieder lockern können.

Die neusten Zahlen zeigen, dass die Kurve nicht mehr gleich stark steigt. Können Sie schon Entwarnung geben?

Nein, auf keinen Fall. Das ist bloss ein erster Indikator. Die limitierende Grösse sind die Kapazitäten auf den Notfallstationen. Im Bruderholzspital hat es zum Beispiel schon jetzt dreimal mehr Patientinnen und Patienten in der Intensivstation als in normalen Zeiten. Das Bild, das sich in der Corona-Station zeigt, ist sehr eindrücklich: Im Schnitt sind die Patienten dort 57 Jahre alt. Es trifft also längst nicht nur alte Menschen. Und um einen Patienten müssen sich etwa zehn Mitarbeitende kümmern. Das ist ein enormer Aufwand.

Thomas Weber

Thomas Weber

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Thomas Weber ist SVP-Regierungsrat im Kanton Basel-Landschaft. Er ist der Vorsteher der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion.

Es stehen schöne, frühlingshafte Tage bevor und bald sind auch Ostern. Soll man hinaus gehen?

Es ist jetzt ganz wichtig, dass wir die Empfehlungen des Bundesrats bis zum 19. April einhalten – auch an schönen Frühlingstagen. Es braucht weiterhin viel Disziplin. Wenn die Menschen jetzt wieder mehr Kontakte haben, steigen die Infektionszahlen an. Wir können keine Entwarnung geben.

Sie sind nicht nur Gesundheitsdirektor des Kantons Baselland, sondern auch Wirtschaftsdirektor: Was machen Sie, damit die Wirtschaft nicht kollabiert?

Das ist ein wichtiger Punkt. Die Therapie darf nicht grössere Schäden verursachen als die Krankheit selbst. Wir unterbrechen die Wirtschaft, wollen sie aber nicht abwürgen. Ziel muss es sein, so bald wie möglich das Wirtschaftsleben koordiniert wieder hochzufahren.

Gibt es im Kanton Baselland dafür ein Szenario?

Wir werden das eng mit dem Bund koordinieren. Betriebe mit wenig Kontakten können vermutlich zuerst ihre Arbeit wieder aufnehmen. Für den Detailhandel heisst das zum Beispiel, dass kleine Läden mit wenig Verkaufsfläche früher wieder öffnen können alles grosse Kaufhäuser.

Wann können die ersten Warenhäuser und Restaurants im Kanton Baselland wieder öffnen?

Im Idealfall am 19. April, wenn das epidemiologisch vertretbar ist. Ansonsten richten wir uns nach den Vorgaben des Bundesrats. Ich hoffe, dass erste Lockerungen so bald wie möglich kommen.

Es gibt Leute, die glauben, dass die Welt nach Corona nicht mehr dieselbe ist wie vor dieser Pandemie. Wie steht Thomas Weber dazu?

Die Coronakrise gehört sicher zu den grossen Ereignissen der letzten Jahrzehnte. Für meine Generation – ich bin jetzt auch 58 Jahre alt – gehörten bislang der Mauerfall, der Einmarsch von Russland in Afghanistan und natürlich auch 9/11 zu den prägendsten Erinnerungen. Diese Ereignisse haben die Welt verändert. Ich bin überzeugt, dass der globale Lockdown die Welt auch nachhaltig prägen wird. Wie, ist aber noch offen.

Sind Sie in den letzten Wochen auch etwas ins Grübeln gekommen?

Ja, durchaus. Ich habe mich schon immer für Philosophie interessiert. Im Moment befinden wir uns in einer Krise, die alle Bereiche des Lebens betrifft. Es ist eine ganzheitliche Situation. Das gibt uns auch die Gelegenheit, grundsätzliche Fragen zu stellen.

Regionaljournal Basel, 3.4.2020, 17:30 Uhr;

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Gabriella Itin  (Salat)
    Weshalb dürfen die Garten Center nicht offen haben ? Pflanzen wie Gemüse, Früchte, Kräuter zählen zur Grundernährung !Es kommt nicht aus der Tüte !
    Auch sollte man von Gross-Konzernen verlangen können jetzt einheimische und weniger Export Ware zu beziehen da viele jetzt schon mit der Existenz kämpfen.
  • Kommentar von Gabriella Itin  (Salat)
    Die Beengung treibt einem in den Wahnsinn.
    Der Mensch ist ein Herten Tier. Wenn man die Verhältnisse auf die Millionen / Milliarden Menschen anschaut, ist dies ein kleiner Bruchteil. Leider geht es nicht nach mir, denn ich wäre sogar wieder für den normalen Alltag,mit dem Risiko das ich den Virus auch kriege. Wer in gehabt hat ist nicht mehr in der Gefahr sich anzustecken.Doch will man dies jetzt x Monate so weiterziehen, was glauben Sie,mit welchen Folgen Sie Kämpfen werden.Die sind schlimm!