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Wochengast «Man merkte, mit dem Frauenstimmrecht geht die Welt nicht unter»

1966 führte Basel-Stadt als erster Kanton in der Deutschschweiz das Frauenstimmrecht ein. Ursa Krattiger erlebte die Umbruchphase als junge Frau und erinnert sich an eine Zeit, die sie prägte. Später setzte sich Krattiger für Frauenrechte ein und wurde erste Inlandredaktorin der Basler Zeitung.

Legende: Audio Ursa Krattiger kämpft für die Rechte der Frauen abspielen. Laufzeit 15:58 Minuten.
15:58 min, aus Regi BS BL vom 03.06.2016.

Als 1959 die Lehrerinnen am Basler Mädchengymnasium streikten, war Ursa Krattiger noch Schülerin. Auslöser des Streiks war das Nein der Männer zur Einführung des Frauenstimmrechts im gleichen Jahr.

Der Streik war eine Sensation, die sogar die «New York Times» vermeldete. «Der Lehrerinnenstreik war wie ein Brandbeschleuniger. Da passierte etwas im Bewusstsein. Die Zeit prägte mich», erzählt Krattiger, die ursprünglich Lehrerin werden wollte, dann aber entschied, erste Inlandredaktorin der Basler Zeitung zu werden. Ein Ziel das sie wenige Jahre später erreichte - als erste Frau überhaupt.

Basel-Stadt war Pionierkanton in der Deutschschweiz

Am 26. Juni 1966 war es dann soweit. 60 Prozent der abstimmenden Basler Männer legten an diesem historischen Wahlgang ein Ja in die Urne und gaben den Frauen das Stimmrecht. Basel-Stadt war Pionierkanton; erst 1971 wurde das Stimmrecht für Frauen auch auf nationaler Ebene eingeführt. Die Basler Frauenbewegung war ein Wegbereiter, ist Krattiger auch heute noch überzeugt: «Die Schweizer haben nach den ersten Abstimmungen in Basel gemerkt: Die Welt geht nicht unter, wenn Frauen an die Urne gehen.»

Man darf durchaus auch mal sagen: Heute mache ich keinen Kuchen zum Kindergeburtstag.
Autor: Ursa KrattigerFrauenrechtlerin

In diesem Jahr feiert Krattiger ihren 70. Geburtstag. Heute müssen Frauen nicht mehr um ihr Stimmrecht kämpfen. Krattiger stellt jedoch fest, dass die Anforderungen an junge Frauen heutzutage generell hoch seien und appelliert an die jüngeren Frauen, auch mal mehr ein bisschen Frechheit und Freiheit in Anspruch zu nehmen.

«Man darf durchaus auch mal sagen: Heute mache ich keinen Kuchen zum Kindergeburtstag», findet die Vorkämpferin für die Rechte der Frauen, die heute auch Mutter und Grossmutter ist. Und ergänzt: «Macht was ihr wollt, und lasst das was ihr nicht wollt!» Die Selbstbestimmung sei wichtig.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)

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