Martin Schäfer: «Der Blues ist das Beste gegen den Blues»

Der langjährige Musikjournalist ist Mitorganisator des Blues-Now-Festivals in Basel. Der dreitägige Anlass im Volkhaus zeige, dass Blues immer noch eine lebendige Musiksparte sei - auch wenn Kritiker den Blues bisweilen für rückwärtsgewandt hielten.

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Bildlegende: Musikjournalist und Blues-Experte Martin Schäfer. SRF

Am Wochenende steigt im Basler Volkshaus erstmals das dreitägige Blues-Now-Festival. Es ist bereits das dritte Blues-Festival in der Stadt in diesem Jahr - nach dem traditionellen Blues-Festival und dem Summerblues-Festival.

Der langjährige SRF-Musikjournalist Martin Schäfer (66) ist Mitorganisator des Blues-Now-Festivals. Im Wochengast-Gespräch mit dem «Regionaljournal Basel» sagt er: Dass es zu einer Häufung von Blues-Veranstaltungen in Basel komme, sei der Beweis dafür, «dass die Nachfrage nach Blues offenbar da ist.» Gegenseitig konkurrenzieren würden sich die Blues-Events nicht, da sie unterschiedliches Publikum ansprächen.

Das Blues-Now-Festival wolle beweisen, dass der Blues «eine lebendige und vielseitige Musik geblieben ist, die auch ein jüngeres Publikum anzieht». Damit kämpfen die Veranstalter auch gegen das Image einer etwas verstaubten Musikrichtung.

Grundlage für andere Musikrichtungen

Martin Schäfer selber gilt als bekanntester Blues-Experte der Schweiz und hat sich stets als Fürsprecher dieser Musikgattung verstanden. Er sagt: «Blues ist das Fundament für sehr viel Musik. So ist der Hip-Hop die moderne Form des Blues. Der Blues hat aber auch schon den Grundstein gelegt für Jazz und Rock'n'Roll.»

Der Blues ist eine Musik, in der viel gelitten wird - zum Beispiel unter Liebeskummer. Insofern passe der Blues auch gut nach Basel, findet Martin Schäfer. Schliesslich sei Basel die Stadt der Pharmazie, die sich dem Kampf gegen das Leiden verschrieben hat. Der Blues sei aber auch selber geeignet, um schlechte Gefühle zu vertreiben. «Der Blues ist das beste Mittel gegen den Blues.»

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)