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Moritz Kuhnel, Butler aus Basel
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 18.01.2020.
abspielen. Laufzeit 05:17 Minuten.
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World Economic Forum 2020 Der Butler aus Basel

Während des WEF steht der Unternehmer Moritz Kuhnel einer indischen Milliardärsfamilie als Butler zur Verfügung.

Eigentlich berät Moritz Kuhnel Gastrounternehmen. Dafür hat er als junger Mann eine Hotelfachschule absolviert. Doch seit einigen Jahren stellt er sich während des Weltwirtschaftsforums WEF in Davos in die Dienste einer indischen Industriellenfamilie.

Wie sind Sie zu diesem doch eher ungewöhnlichen Job gekommen ?

Ein Freund aus Studienjahren leitet ein grosses Hotel in Davos. Während des WEF mietet er grosse Chalets hinzu, um diese an illustre Gäste inklusive Dienstleistungen zu vermieten. Eine der Dienstleistungen ist ein Butler. Er hat mich vor einiger Zeit angefragt, ob ich Lust dazu hätte, und ich habe zugesagt.

Was ist spannend am Butler-Dasein?

Ich berate normalerweise Gastro-Unternehmen. Der Butler-Job ist eine willkommene Abwechslung, auch wenn es sehr anstrengend ist. Der Tag beginnt meist um 6 Uhr in der früh und endet irgendwann am Abend, oder auch nachts. Oder ich arbeite gleich durch. Das weiss ich nie so genau, alles hängt von den Bedürfnissen meiner Arbeitgebers ab. Er selber kennt sein Tagesprogramm auch nicht so genau, da vieles erst im Laufe des Tages klar wird.

Ihr Arbeitgeber ist ein indischer Milliardär. Was müssen sie für ihn erledigen?

Ich bin quasi der Tätschmeister des Hauses. Ich muss kontrollieren, dass alle 14 Angestellten rechtzeitig zur Arbeit erscheinen, dass vom Frühstück bis zum Abendessen alles parat ist, das Wasser neben dem Bett und im Fitness-Raum steht. Manchmal muss ich auch den Raum herrichten, wenn eine TV-Anstalt kommt, um meinen Chef zu interviewen. Oder ich muss dafür sorgen, dass die Zufahrt zum Chalet schneefrei ist.

Hat er nie Sonderwünsche?

Doch klar. Manchmal muss ich kurzfristig einen Helikopterflug organiseren, da er jemanden treffen will. Oder er setzt kurzfristig eine Dinner-Party an. Es heisst dann, es kommen 15 Personen. Da weiss ich, es werden sicher 25 sein. Es kam auch schon vor, dass es plötzlich beinahe 50 Personen waren. Da mussten wir in der Küche improvisieren, da wir fast nichts mehr im Haus hatten.

Was haben Sie gemacht?

Wir haben Spaghetti an Büchsensauce gemacht, die wir verfeinert haben. Den Gästen hat es geschmeckt.

Finden Sie einen Wunsch auch mal gaga, völlig jenseits von Gut und Bös ?

Eigentlich nicht. Ich bin ja dafür da, dass ich alles ermögliche. Es ist auch nicht so, dass mein Arbeitgeber extrem sonderbare Wünsche hat.

Und wenn Sie mal einen Wunsch nicht erfüllen können?

Das gibt es nicht. Ich kann nie sagen, das geht nicht. Ich muss mindestens eine Alternative aufzeigen. Es ist jetzt auch nicht so , dass er in diesem Fall völlig ausflippt, wenn zum Beispiel der Helikopter wegen schlechten Wetters nicht starten kann. Ich muss aber dafür sorgen, dass ihn ein Wagen schnell, und wenn immer möglich ohne im Stau steckenzubleiben, an den Bestimmungsort bringt.

Können Sie sehr schnell entlassen werden?

Ja, das kann sehr schnell gehen. Letzthin war seine Frau mit einer Coiffeuse nicht zufrieden, die sie für eine ganze Woche gebucht hatte. Ich musste innerhalb einer Stunde für Ersatz sorgen.

Würden Sie selber gerne einen Butler haben?

Nein, nie und nimmer. Das wäre mir viel zu eng und zu intim.

SRF1, Regionaljournal Basel, agom

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