120 Jahre Zionistenkongress Zionistenkongresse sind Teil der Basler Geschichte

1897 lud Theodor Herzl, der Gründer der jüdischen Nationalbewegung, zum ersten Zionistenkongress ein. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen die Vertreter des Zionismus mehrmals in Basel zusammen. Im Jubiläumsjahr 2017 sind die Bedenken in Basel gross, vor allem wegen der Sicherheit.

In Israel gibt es fast in jeder Stadt eine Baselstrasse. Und umgekehrt wollen israelische Touristen in Basel oft das Hotel Trois Rois sehen und das Stadtcasino. Die Schauplätze also des ersten Zionistenkongresses. «Wenn man einen Punkt sucht, an dem die Gründung des Staates Israel begann, dann ist das ohne Zweifel der Kongress in Basel.» Das sagt Erik Petry, Professor für jüdische Geschichte an der Universität Basel. Eine Rolle spiele auch der Satz, den Theodor Herzl nach dem ersten Zionistenkongress in sein Tagebuch schrieb: «In Basel habe ich den Judenstaat gegründet.»

Und der 1. Zionistenkongress 1897, als Theodor Herzl zum ersten Mal Vertreter der jüdischen Nationalbewegung nach Basel einlud, um über den jüdischen Staat zu diskutieren, ist auch Teil der Basler Geschichte. Trotzdem sind im Jubiläumsjahr 2017 die Bedenken gross, vor allem wegen der Sicherheit.

Besuch Netanjahu als Sicherheitsrisiko

Es sei stossend, dass Benjamin Netanjahu, der israelische Ministerpräsident, bis heute weder definitiv zu- noch abgesagt habe, sagt SP-Grossrätin Tanja Soland «Da nimmt er uns nicht ernst und schafft eine gefährliche Lage.» Normalerweise bräuchte man für ein Sicherheitskonzept für einen solchen Besuch ein oder zwei Jahre Zeit.

Politische Bedenken

Für ihn sei die Dimension entscheidend, sagt FDP-Präsident und Grossrat Luca Urgese. «Die Sicherheit muss gewährleistet sein, gleichzeitig muss der Anlass würdig sein.» Es könne nicht sein, dass der israelische Staatschef Benjamin Netanjahu eine solche Feier als politische Plattform nutze, für Wahlkamp beispielsweise.

Politische Bedenken hat auch Tonja Zürcher, Co-Präsidentin der linken Partei BastA! «Der Zionistenkongress hätte grosse Auswirkungen auf eine ganze Region und momentan ist die Politik Israels nicht unproblematisch.» Zürcher spricht auf die Menschenrechtslage in Israel an. Es sei darum wichtig, dass auch andere Gruppierungen wie NGOs oder Wissenschaftler Teil des Kongresses seien. Wobei dies zeitlich kaum mehr machbar sein dürfte.

Regierung hält sich bedeckt

Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann beantwortete im Grossen Rat einen Vorstoss zum Thema und sagte, dass die Basler Regierung den Mangel an Information ebenfalls problematisch finde. Im Moment sei man an einer Eventualplanung und gehe von einem Anlass in der Grössenordnung von der OSZE-Konferenz 2014 aus. Fokus sei auch hier das Kongresszentrum an der Messe.