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A5-Westast Biel Dem Kanton Bern wird Lüge vorgeworfen

Das Komitee «Westast so nicht!» wehrt sich gegen ein Gutachten des Kantons. Darin gebe es «eklatante Falschaussagen».

«Baudirektor Christoph Neuhaus und seine Chefbeamten verbreiten Unwahrheiten», schreibt das Komitee «Westast so nicht» in einer Medienmitteilung. Die Behörden hätten seinen Alternativvorschlag zum umstrittenen Autobahn-Westast in Biel diskreditiert.

Kamine oder keine Kamine?

Eine «besonders eklatante Falschaussage» sieht das Komitee bei der Einschätzung des Kantons, das Alternativprojekt erfordere den Bau von bis zu sieben Lüftungs- und Fluchtschächten mit Kaminen mitten in der Stadt, unter anderem in einem Naturschutzgebiet. Richtig sei das Gegenteil: Das Entlüftungs- und Belüftungskonzept des Alternativvorschlags funktioniere ohne Abluftkamine. Das hätten auch vom Kanton beauftragte Experten bestätigt. Je eine Lüftungszentrale an den Portalen sei ausreichend.

Das umstrittene Projekt

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Visualisierung Autobahnanschluss Bienne-Centre
Legende:Geplant sind zwei Autobahnanschlüsse in Biel: Einen am See (ganz oben rechts im Bild) und einen hinter dem Bahnhof.zvg/Kanton Bern

Der Kanton will in Biel eine der letzten Lücken im Schweizer Autobahnnetz schliessen. Mit dem neuen Teilstück der A5 sollen die Städte Biel und Nidau vom Verkehr entlastet werden.

Das Komitee «Westast so nicht» legte im November 2017 einen Gegenvorschlag vor, der auf die geplanten zwei offenen Autobahnanschlüsse mitten in der Stadt Biel verzichtet.

Diesen Alternativvorschlag musste die Kantonsregierung im Sommer auf Druck aus dem Kantonsparlament vertieft prüfen. Sie kam Ende August zum Schluss, das Alternativprojekt würde die Quartiere schwächer vom Verkehr entlasten als das offizielle Projekt des Kantons. Unter anderem darum werde es keine neue Planung geben.

Hat der Kanton bei der Beurteilung des Komitee-Vorschlags gelogen? Der kantonale Baudirektor Christoph Neuhaus sagt, es sei eine Einschätzungsfrage, ob es Lüftungsschächte im Tunnel brauche oder nicht. «Stellen Sie sich vor, es brennt in diesem Tunnel. Da braucht es Lüftungsschächte. Der Tunnel muss sicher sein.» Er habe den vom Komitee erwähnten Experten anders verstanden.

«Nur eine Idee»

Grundsätzlich kritisiert das Komitee «Westast so nicht», der Kanton sei in seinem Bericht zum Alternativvorschlag unfair. Catherine Duttweiler vom Komitee: «Alles, was zu unseren Ungunsten spricht, hat der Kanton aufgenommen. Was zu unseren Gunsten spricht, hat er nicht verwendet.»

Regierungsrat Christoph Neuhaus erklärt, man habe den Alternativvorschlag so weit geprüft, «dass man die Projektidee einigermassen vergleichen kann mit dem Kantonsprojekt». Der Vorschlag aus Biel sei «nicht weniger, aber auch nicht mehr als eine Idee». Diese Idee müsste man erst noch detailliert ausarbeiten, vom Bundesrat genehmigen lassen und erneut öffentlich auflegen. Das alles würde die Autobahn deutlich verzögern. So begründete die Kantonsregierung ihre Absage an den Alternativvorschlag bereits Ende August.

Die Kantonsregierung will zum Westast nun mit der Bevölkerung in Dialog treten, an zwei Infoveranstaltungen: Am Donnerstag, 13. September um 18 Uhr im Kongresshaus Biel und am Montag, 17. September um 18 Uhr in der Schule Weidteile in Nidau.

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