Addio Italia: SBB verzichtet auf Regionalzüge nach Domodossola

Das Angebot der Italiener sei zu tief, schreiben die beiden Schweizer Bahnunternehmen SBB und ihre Walliser Tochter Regionalps. Das Berner Bahnunternehmen BLS will davon profitieren.

Die SBB und das Walliser Bahnunternehmen Regionalps ziehen sich vom Regionalverkehr auf der Simplon-Südrampe zurück, also von der Strecke nach Domodossola in Italien. Die beiden Unternehmen haben keine neue Offerte zum Betrieb der Linie Iselle-Domodossola ab Dezember eingereicht. Die italienische Region Piemont vergibt die Konzession neu.

Je ein Zug von Regionalps und der SBB im Bahnhof Brig Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ziehen sich aus Italien zurück: Regionalps und SBB. Keystone

Das Geld, das die Region Piemont zahlen wolle, reiche nicht aus, teilt die SBB mit. Die vorgesehene Abgeltung der Italiener liege bei 366'000 Euro pro Jahr.

Querfinanzierung unerwünscht

«SBB und Regionalps sind nicht gewillt, ein Angebot zu machen, das nicht durch die Abgeltung der italienischen Bestellerin gedeckt wäre, sondern nur aufgrund einer Querfinanzierung durch öV-Gelder aus der Schweiz erbracht werden könnte», heisst es in der Mitteilung weiter.

BLS dürfte übernehmen

Das Berner Bahnunternehmen BLS hat bestätigt, dass es eine Offerte eingereicht hat. «Wir würden den Betrieb zwischen Iselle und Domodossola nicht quersubventionieren», versichert das Unternehmen gegenüber Radio SRF.

Noch bis im Dezember führt die SBB weiter täglich acht Regionalzüge zwischen Domodossola, Iselle und Brig. Die Fernverkehrszüge und der Autoverlad am Simplon sind von der Änderung nicht betroffen.