Aderlass bei Spital Netz Bern - neun Ärzte weg

Eine Kündigungswelle im Ärztekader hält das Spital Netz Bern in Atem. Schon im Mai gaben zwei Tiefenau-Chefärzte ihren Wechsel zur privaten Lindenhofgruppe bekannt, nun folgen ihnen drei weitere Chefärzte und sechs Kaderärzte.

Eingang der Klinik Sonnenhof. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Sonnenhofklinik, Teil der Lindenhofgruppe. Keystone

Der Ärzte-Exodus erfolgt vor dem Hintergrund der «Berner Spitalhochzeit». Dabei geht es um die Zusammenführung der öffentlichen Krankenhäuser von Spital Netz Bern mit dem Inselspital.

Offenbar befürchten Spezialisten im Tiefenau und Ziegler, dass alle «interessanten Fälle» künftig in der Insel konzentriert würden und ihnen nur die Routinearbeit bliebe.

Protest und konzentrierte Aktion

Wenig erfreut zeigte sich Joseph Rohrer, Verwaltungsratspräsident der Spital Netz Bern AG und der Inselspital-Stiftung. «Mir fehlt das Verständnis für die Kündigungen der Chefärzte», sagte er auf Anfrage. Denn diese seien im laufenden Prozess voll integriert gewesen, «sie haben mitdiskutiert».

Dem Verwaltungsrat sei kein grundlegender Widerstand signalisiert worden. Der Ärzte-Exodus müsse er nun «als Protest und als konzertierte Aktion» wahrnehmen, sagte Rohrer - eine Aktion, die «zum Schaden der Spitäler und der Patienten» erfolge.