Alain de Raemy: «Ich wollte Architekt oder Diplomat werden»

Seit zwei Jahren ist Alain de Raemy, Sohn eines Freiburgers und einer Walliserin, Weihbischof des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg. Als Sonntagsgast im Regionaljournal spricht er über Gott und die Welt – im wahrsten Sinne des Wortes.

Alain de Raemy erblickte vor 56 Jahren in Barcelona das Licht der Welt, wo er seine obligatorische Schulzeit verbrachte. «Mein Vater war Ingenieur und wurde von der ‹Oerlikon› dorthin geschickt, so kam das», erklärt de Raemy.

Für die Matura schickten ihn seine Eltern dann in die Schweiz, nach Engelberg. Nach einem Jahr Jus-Studium entschloss er sich, in Freiburg Philosophie und Theologie zu studieren. «Eigentlich wollte ich Architekt werden, oder Diplomat. Aber dann fingen die grossen Fragen des Lebens an, mich zu interessieren».

«  Die grossen Fragen des Lebens fingen an, mich zu interessieren »

Alain de Raemy

Und so wurde Alain de Raemy 1986 in Freiburg zum Priester geweiht. Nach Zwischenstationen in Yverdon, Rom («für eine Doktorarbeit, die immer noch nicht beendet ist») und Morges, kehrte er 1996 nach Freiburg zurück, wo er bis 2006 als Pfarrer tätig war – bis die Schweizergarde rief.

«Es ist wie ein Sommerlager, welches das ganze Jahr dauert», beschreibt de Raemy seine Zeit als Kaplan der päpstlichen Schweizergarde. «Man muss einfach da sein für die neuen Gardisten, ihnen zur Seite stehen.

«  Die Schweizergarde ist wie ein Sommerlager, welches das ganze Jahr dauert »

Alain de Raemy

2013 schliesslich ernannte ihn Papst Franziskus zum Weihbischof des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg. «Ich bin eine Art Aushilfsbischof, der überall dort hingeht, wo der Bischof nicht selber gehen kann», beschreibt de Raemy seine Tätigkeit.

Ob er noch Ambitionen hat, noch höher nach oben will auf der Karriereleiter? «Ja natürlich, in den Himmel!» lacht de Raemy. «Das ist meine Ambition, die Ambition jedes Christen.»