Alexandra Prusa singt Tango in den Schweizer Landessprachen

«Wenn man die Texte im Tango nicht versteht, fehlt die Hälfte», sagt Alexandra Prusa. Sie singt darum Tangolieder unter anderem auf berndeutsch.

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Bildlegende: Alexandra Prusa zu Besuch im SRF-Radiostudio, vor der Taufe ihrer CD «Tango Nostalgias» in Bern. SRF/Jörg André

«Die Texte im Tango sind eine hohe Kunst», sagt Alexandra Prusa. Und wenn man den Tango verstehen wolle, müsse man auch die Texte verstehen. Darum überlegte sie sich für das Schweizer Publikum, welches Lied in welcher Sprache passt. Neben italienisch singt sie auch romanisch. Und eben berndeutsch.

«  Zürichdeutsch geht gar nicht. »

Alexandra Prusa
Sängerin

Unter den Schweizer Dialekten könne man nur auf berndeutsch singen. Das passe mit den Vokalen. Zürichdeutsch ginge gar nicht, findet sie. Auch wenn das unterdessen ihre Alltagssprache ist - die Sängerin, Schauspielerin und Initiantin eigener Kulturprojekte lebt seit langem in Zürich.

Alexandra Prusa wurde in den 50er-Jahren als Tochter eines russischen Vaters und einer Mutter mit schweizerisch-schwedischen Wurzeln in Florenz geboren. Aufgewachsen ist sie mit ihrem Bruder bei den Grosseltern in Langenthal, wo sie berndeutsch lernte. Zudem wurde ihr die Berner Schauspielerin Stephanie Glaser später eine Art «Wahl-Grossmutter».

Den Tango hat Alexandra Prusa zur Zeit ihrer Schauspielausbildung in Hamburg entdeckt. Daraufhin reiste sie nach Argentinien, wo sie sich intensiv mit dieser Musik auseinandersetzte. Seither hat sie verschiedene Tango-Projekte auf die Beine gestellt. Aktuell ist sie mit dem «Cuarteto la Strapata» unterwegs, ihre CD heisst «Tango Nostalgias».

«  Der Tango ist mein Lebenspartner. »

Alexandra Prusa

Was bedeutet ihr der Tango? «Er ist mein Lebenspartner», lacht sie. Wobei sie mit dem besten Lebenspartner als Mensch zusammen sei. «Aber der Tango ist meine Heimat.» Weil der Tango eine Auswanderermusik sei, kenne sie all diese Klänge aus den verschiedenen Kulturen, aus denen sie selber komme.

Und dass der Tango eine Musik derjenigen ist, denen es nicht immer gut geht im Leben, das passe auch zu ihr. «So richtig einfach war es nie.» Der Tango finde besonders poetische Worte für die Tatsache, dass das Menschsein nicht einfach sei. Gleichzeitig sei der Tango für sie «eine absolute Energiequelle», sagt Alexandra Prusa.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)