Alte Bergbahnprojekte werden zu neuem Leben erweckt

Seit Jahren beschäftigt sich der pensionierte Berner Journalist Heinz Schild mit Plänen von visionären, aber nie verwirklichten Bergbahnen in der Schweiz. Nun hat er die Ergebnisse seiner Forschung als Buch veröffentlicht.

Ein Zug der Gornergratbahn Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seit 1898 fährt eine Bahn auf den Gornergrat. Eines der visionären Bahnprojekte, das verwirklicht wurde. zvg

Die Eröffnung der Gornergratbahn 1898 und der Jungfraubahn 1912 stiessen im In- und Ausland auf ein grosses Echo. Sie wurden als Meilensteine des Bahnbaus in den Bergen gefeiert. Die Krönung dieser Entwicklung hätte eine Bahn auf das Matterhorn sein sollen - mit einer Bergstation auf beinahe 4500 Metern. Die Konzession lag bereits vor, als das Projekt nicht zuletzt am Widerstand der Bevölkerung und des Heimatschutzes scheiterte.

Wie der Matterhornbahn erging es Dutzenden anderen Bahnprojekten, die an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert eingereicht wurden. Dank einer grosszügigen Erteilung der Konzessionen durch Parlament und Bundesrat wurde diese Entwicklung begünstigt.

Allein in der Jungfrauregion lagen zwischen 1870 und 1914 über 70 Bergbahnprojekte auf dem Tisch. Über 50 wurden bewilligt, gebaut wurden schliesslich deren 19.

Visionäre und «Kapitalisten»

Der pensionierte Berner Journalist Heinz Schild hat nun diese alten Pläne wieder aus der Schublade geholt und vom Staub befreit, der sich in den Jahren angesetzt hat. Eingebettet in das historische und gesellschaftliche Umfeld hat er die wichtigsten Projekte der Schweiz aufgearbeitet und nun als Buch herausgegeben.

Hinter den unzähligen Bahnprojekten seien vor allem Ingenieure gestanden, die daran geglaubt hätten, dass technisch alles möglich sei, sagt Heinz Schild im Gespräch mit dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Der Bau der Rigibahn habe dann auch unter den Investoren einen Boom ausgelöst, auch wenn die Geldgeber - damals «Kapitalisten» genannt - nicht den besten Ruf genossen hätten. Es sei aber gut, so Schild weiter, dass der Grossteil der Projekte nie realisiert wurde.

Das Buch «Visionäre Bahnprojekte - die Schweiz im Aufbruch» ist im AS-Verlag erschienen.