Andreas Weissen: Ein Kämpfer auf der einsamen Alp

Der Walliser engagiert sich seit Jahren für den Alpenschutz. Derzeit lebt er zurückgezogen auf einer Alp. Er will Kräfte sammeln um weiterzukämpfen.

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Bildlegende: Andreas Weissen auf der italienischen Alp Crampiolo. SRF

Vor 20 Jahren, bei der Gründung der Alpeninitiative, war er einer der streitbarsten Umweltschützer der Schweiz. Inzwischen ist er ruhiger geworden um Andreas Weissen. Er hat in den letzten fünf Jahren als Geschäftsführer die Zentrale der Schweizer Naturpärke in Bern aufgebaut und lebt derzeit zurückgezogen auf der italienischen Alp Crampiolo. Er sei da aber in einer Wartestellung: «Wenn der Bund wirklich die zweite Gotthardröhre bauen will, steige ich wieder auf die Barrikaden.»

«  Gegen die zweite Gotthardröhre steige ich wieder auf die Barrikaden »

Andreas Weissen gilt im Wallis als der Umweltschützer. Der studierte Pädagoge begann seine Karriere als Umweltschützer mit dem Kampf gegen den Bau einer vierspurigen Autobahn durch das Oberwallis. Aus diesem Kampf ist gesamtschweizerisch die Alpeninitiative entstanden. Vor 20 Jahren nahm das Volk die Initiative mit 52 Prozent an. Die Forderung: dem Ausbau des alpenquerenden Schwerverkehrs soll ein Riegel geschoben werden. Gleichzeitig kämpfte Andreas Weissen gegen die Planierung der Walliser Alpen zu Pistenkilometern und gegen den Bau von zu vielen Beschneiungsanlagen.

Inzwischen hört man weniger vom streitbaren Umweltschützer: «Nicht nur ich habe mich verändert, auch die Verwaltungen und die Politiker haben gelernt, anders mit der Umwelt umzugehen», sagt er im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. «Es braucht den Umweltschutz zwar immer noch, aber der Einsatz ist etwas friedlicher geworden.»

«  Nicht nur ich habe mich verändert »

Andreas Weissen hat sich in den letzten Jahren dementsprechend auch mehr mit dem Aufbau von Naturnutzungsprojekten beschäftigt. So hat er mitgeholfen, den Naturpark Binn zu errichten. In den letzten fünf Jahren baute er zudem die Zentralstelle der Schweizer Pärke in Bern auf. Allerdings: «Als ich gehört habe, dass der Bundesrat vielleicht doch die zweite Gotthardröhre bauen will, ist der alte Zorn wieder aufgestiegen», so Weissen. «Eines ist für mich klar: Falls der Bundesrat an dieser Absicht festhält, werde ich wieder kämpfen.»