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Asteroidenjäger Peter Kocher «Ich habe aufgehört, mir etwas zu wünschen»

Der Amateur-Astronom sucht den Himmel nach Asteroiden ab. Am liebsten würde er einen Kometen finden.

Über 300 Asteroiden hat Peter Kocher am Nachthimmel schon entdeckt. Einer ist nach der Stadt Freiburg benannt, einer nach seinem Wohnort Tentlingen. Die Universität Freiburg hat den Hobby-Astronomen für seine Entdeckungen zum Ehrendoktor ernannt.

Porträt von Peter Kocher.
Legende: «Im Kollegium haben mich die Lehrerkollegen Einstein genannt – wegen der Frisur.» Brigitte Mader/SRF

SRF News: Woher kommt diese Leidenschaft für den Sternenhimmel?

Peter Kocher: Schon mein Vater hat sich für Sterne begeistert. Er hat mir erklärt, warum der Mond jeden Tag eine Stunde später aufsteigt. Ich habe während des Studiums Vorlesungen in Astronomie besucht. Aber erst nach der Pensionierung hat es mich richtig gepackt, als ich einen Vortrag gehört habe, wie man die Bahn von Asteroiden verfolgen und diese Mini-Planeten auch neu entdecken kann. Das hat mich fasziniert.

Über 300 Asteroiden haben Sie entdeckt. Gibt es da so eine Art Wettrennen bei der Asteroiden-Suche?

Ja, das war vielleicht zum Teil schon so. Doch heutzutage ist es schwieriger geworden. Die Amerikaner suchen den Himmel jede Nacht komplett ab. Es ist ein Zufall, wenn man da noch einen neuen Mini-Planeten findet, in dem Feld, das man beobachtet.

Was ist ein Asteroid?

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Asteroiden sind Himmelskörper, die die Sonne umkreisen, aber zu klein sind, um sie Planet zu nennen. Man bezeichnet sie auch als Mini-Planeten.

Sie bestehen aus Stein, Gas und Metall. Von Auge kann man sie nicht sehen. Man braucht dazu ein gutes Teleskop.

Asteroiden können auf die Erde runterfallen. Meistens ins Meer. In New York ist ein Asteroid mitten in der Stadt auf ein Auto gefallen.

Es gab Zeiten, da schauten Sie während 200 Nächten ins Fernrohr. Gab es da nicht Konflikte mit der Familie?

Nein. Ich fange meist erst um 23 Uhr an mit dem Beobachten. Dann sind die Bedingungen am Himmel am besten. Dann ist meine Frau bereits im Bett, und ich kann gut noch bis 2 oder 3 Uhr den Himmel beobachten.

Und was machen Sie, wenn der Himmel kein Sternegucken zulässt?

Das ist nicht so schlimm. Dann kann ich mal daheim bleiben. Und dann setze ich mich vor den Fernseher. Es ist auch gut, wenn ich mich mal ausruhen kann.

Viele Leute wünschen sich etwas, wenn sie Sternschnuppen sehen. Machen Sie das auch noch?

Sternschnuppenschwärme interessieren mich sehr. Wünschen? Da kämen viele Wünsche zusammen. Ich habe aufgehört, mir etwas zu wünschen.

Was möchten Sie am liebsten am Himmel noch entdecken?

Einen Kometen. Das ist spektakulärer als ein Asteroid. Vielleicht bekommt er einen schönen Schweif, wenn er in die Nähe der Sonne kommt. Kocher 1 würde er heissen, benannt nach dem Entdecker. Asteroiden habe ich genug entdeckt. Das ist nicht nötig, dass da noch mehr dazu kommen.

Das Gespräch führte Brigitte Mader

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