Asylsuchende leben und arbeiten im Wohnheim Riggisberg

Ende 2015 ist das Asylzentrum Riggisberg geschlossen worden. Aber nicht alle Asylsuchenden haben das Dorf verlassen. Etwa dreissig Flüchtlinge wohnen nach wie vor in der Gemeinde. Viele haben im Wohnheim Riggisberg Arbeit gefunden.

Sieben Frauen und acht Männer aus Eritrea haben im Wohnheim Riggisberg eine Beschäftigung erhalten. Sie machen entweder ein Praktikum und lernen so den Arbeitsalltag im Heim kennen. Oder sie nehmen an einem Beschäftigungsprogramm teil. In dem Fall arbeiten sie gemäss den gesetzlichen Regelungen 2,5 Stunden pro Tag im Wohnheim.

Es sind meist Hilfsarbeiten, die den Flüchtlingen anvertraut werden. Sie unterstützen die Angestellten in der Wäscherei, in der Küche, in den Ateliers oder bei der Betreuung der behinderten Bewohner. Sprachprobleme gehören zum Alltag, sagt Saba Garrels, die Leiterin des hauseigenen Kräuterwerks: «Es dauert halt alles etwas länger. Ich kann nicht einfach Aufträge erteilen, sondern muss viele Arbeitsschritte vorzeigen», sagt sie.

Beide Seiten profitieren

Ansonsten verlaufe der Arbeitsalltag aber reibungslos. Mehr noch: Die Anstellung der Flüchtlinge sei eine «Win-Win-Situation», sagt Regula Mader, die Direktorin des Wohnheims. Die Flüchtlinge erhalten Beschäftigung und Tagesstruktur, das Wohnheim erhält Unterstützung, wo es nötig ist.

Dass unterdessen alle Flüchtlinge in Riggisberg eine Beschäftigung haben, geht auch auf das Engagement der Freiwilligengruppe «Riggi-Asyl» um Pfarrer Daniel Winkler zurück. Die Gruppe hilft den Flüchtlingen, zu einem Arbeitsplatz zu kommen. Dazu gehören auch die Abklärungen, wer für welche Arbeit geeignet ist. «Eigentlich machen alle Arbeitgeber mit, die wir anfragen», so Pfarrer Winkler. Sein Ziel ist es, die Leute hier in die Gesellschaft zu bringen. Arbeit sei ein wichtiger Teil davon.