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Postkarten-Sujet auf bröckelndem Untergrund: Was tun – und wer soll zahlen?
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 04.12.2019.
abspielen. Laufzeit 04:40 Minuten.
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Auf Sandstein gebaut Absturzgefahr in der Stadt Freiburg

Die Häuser des Burgquartiers stehen am Abgrund – und der Fels bröckelt weiter. Es drohen Gefahren und hohe Kosten.

Bis 50 Meter hoch ist die Felswand, auf der das Freiburger Burgquartier steht. Die Häuser wurden im Mittelalter gebaut. Damals allerdings gab es zwischen Häusern und Abgrund noch eine Strasse. Heute steht die äusserste Gebäudereihe am Abgrund. Wind und Regen haben dem Felsen zugesetzt. Und sie tun dies weiter.

Die fortschreitende Erosion des Felsens ist gefährlich für die Häuser am Rand des Burgquartiers. Darum ist klar: Der Felsen muss saniert werden. Es braucht neue Verstrebungen. Der Freiburger Stadtingenieur Fabien Noël rechnet mit Kosten von 50 bis 100 Millionen Franken. Wer soll das bezahlen?

Wem gehört der Felsen?

Für die Arbeiten an den Häusern seien die Besitzerinnen und Besitzer verantwortlich, sagt der Stadtingenieur. Den Felsen zu überwachen, sei Aufgabe der Stadt. Doch diese müsse nicht alle Sanierungsarbeiten finanzieren. «Die Stadt weiss nicht einmal, bis wo genau der Fels den Hauseigentümerinnen und -eigentümern gehört.» Ein juristisches Gutachten soll nun die offenen Fragen klären.

Sicher sei, dass es Subventionen vom Bund geben werde, im Rahmen des Gesetzes über Naturgefahren, sagt Noël. Und vom kantonalen Kulturgüteramt gebe es Subventionen an die Eigentümerschaft der Häuser. Trotzdem dürften hohe Kosten auf diese zukommen.

Der Felsen gehört zum Stadtbild. Alle müssen zu ihm Sorge tragen.
Autor: Alexandre SacerdotiPräsident Burgquartierverein Freiburg

Alexandre Sacerdoti ist einer der Eigentümer im Freiburger Burgquartier und Präsident des Quartiervereins. Die Aussicht von seinem «Adlerhorst», wie er sagt, ist grandios. Ihm ist bewusst, dass ihm auch der Felsen unter seiner Liegenschaft gehört. «Allerdings kann ich darauf nichts anpflanzen, weder Blumen noch Obstbäume», sagt er. Und die meisten Hausbesitzerinnen und -besitzer hätten nicht Millionen von Franken für die Sanierung des Felsens.

Ein erster kleiner Schritt

«Wir haben alle eine Verantwortung für die Schönheit der Stadt», findet Sacerdoti. Die Felswand gehöre zum Stadtbild und dessen Sanierung damit in die Verantwortung der Allgemeinheit. «Wir müssen uns zusammensetzen und schauen, wie wir das Stadtbild bewahren können.»

Die Freiburger Stadtregierung macht am kommenden Montag einen Schritt: Sie beantragt dem Parlament eine Rückstellung von drei Millionen Franken für die Sanierung des Felsens. Das dürfte allerdings bei weitem nicht genügen.

(SRF 1, Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 3.12.2019, 17:30 Uhr; marl;haee)

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Wenn der Aussicht so wie bei Herr Sacerdoti für alle zugänglich wäre, dann ist sein Argumentation richtig. Aber da nur ein paar Leute, so wie der Herr Sacerdoti von dieser bevorzugten wohnlage profitieren, stimmt sein Argumentation nicht. Also dehne die da so hoch erhaben thronen, sollte jetzt auch die Kosten dafür übernehmen.
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  • Kommentar von Lesek Hottowy  (Lhot)
    Ich finde es durchaus richtig, dass der Staat da einspringt. Macht viel mehr Sinn, einen historischen Stadtteil zu retten, als irgendwelche Strassenabschnitte und Kreuzungen zu vergolden.
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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Jeder Fels erodiert, schweizer Sandstein extrem sogar. Wer da an eine solche Klippe baut muss damit rechnen, dass diese langsam zurückerodiert. Wer heute in einen Rutschhang baut muss diesen auch zuerst stabilisieren. Da bazahlt niemand etwas daran.
    Zur angesprochenen Klimafrage: Wärmere Temperaturen verlangsamen die Erosion. Sandstein nimmt viel Feuchtigkeit auf die gefrieren kann und dann den Felsen sprengt.
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