Bafu gibt keine Abschussbewilligung für Walliser Wolf

Der Wolf, der im Goms innerhalb eines Monats 28 Schafe gerissen hat, darf nicht abgeschossen werden. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) kommt zum Schluss, die Schafe seien zu wenig geschützt gewesen. Das Kantonsparlament will derweil das Wallis zur «wolfsfreien Zone» machen.

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Bildlegende: Wallis will Wolf aus dem Goms weghaben - das Bafu erlaubt es nicht. Keystone

Nach zwei Vorfällen im Goms im Kanton Wallis, bei denen kurz aufeinander ein Wolf 28 Schafe getötet hat, wollen die Behörden dem Wolf an den Kragen. Und auch eine Mehrheit des Parlaments will diesen Wolf zum Abschuss freigeben lassen.

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) jedoch kontert: Das Konzept «Wolf» lasse in solchen Situationen keinen Abschuss des Wolfs zu.

Das Bafu kommt zum Schluss: die Tiere seien im einen Fall auf einer nicht fachgerecht eingezäunten Weide gewesen. Im anderen Fall hätten sich die Schafe mehrere Tage auf einer nicht schützbaren Waldweide befunden.

Konzept bezeichnet Abschussgründe klar

Ein Abschuss sei gemäss Konzept nur gerechtfertigt, wenn gewisse Präventionsmassnahmen wie der Einsatz von Herdenschutzhunden oder das Einpferchen der Schafe über Nacht ergriffen worden seien. Auch die Beratung der Tierhalter sei in diesen Fällen ungenügend gewesen, teilt das Bafu mit. Es werde nun gemeinsam mit den Beteiligten nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen. 

«Im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten»

Am Freitag hat sich das Kantonsparlament gegen den Schutz des Wolfs gestellt. Eine Resolution verlangt, dass der Kanton die Interessen der Bevölkerung vor den Schutz des Wolfs stelle. Die klare Botschaft der im Parlament verabschiedeten Resolution: «Der Kanton Wallis muss zur wolfsfreien Zone werden.» Die Regierung betonte, sie werde sich auf nationaler Ebene «im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten» dafür einsetzen.

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