Bank-Präsidentin Antoinette Hunziker: Wort halten ist wichtig

Seit einem Jahr ist Antoinette Hunziker Präsidentin der Berner Kantonalbank BEKB. Sie ist mit ihrem Einstand zufrieden, auch mit dem Verlauf ihrer ersten Generalversammlung am Dienstagabend. Von ihrem Anspruch, dass Banken sauber und nachhaltig geschäften müssen, weicht sie nicht ab.

Antoinette Hunziker nach ihrer ersten GV als Berner Kantonalbankpräsidentin. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Antoinette Hunziker nach ihrer ersten GV als Berner Kantonalbankpräsidentin. Christian Strübin/SRF

Die Aktionäre der Berner Kantonalbank (BEKB) bekommen eine höhere Dividende ausbezahlt. Sie stimmten an der Generalversammlung vom Dienstag einer Erhöhung um 20 Rappen auf 6 Franken zu, wie die Bank am Abend mitteilte. 1995 Aktionäre fanden sich in den Hallen der Bernexpo ein. Antoinette Hunziker hatte sich auf ihre erste GV als Berner Bankpräsidentin minutiös vorbereitet und führte zügig durch die Versammlung, diese verlief geordnet.

Das Jahresergebnis der BEKB ist seit Ende Januar bekannt. Der Gewinn lag mit 131,3 Millionen Franken eine Million über dem Vorjahreswert. Die Bilanzsumme wuchs um 1,4 Milliarden auf 28 Milliarden Franken. Für die Bank ist es angesichts der Marktsituation in der Finanzbranche ein gutes, solides Jahresergebnis. Bekannt ist seit Jahresbeginn auch, dass die BEKB weiter Personal abbauen wird, in absehbarer Zeit auf einen Bestand von unter 1000 Stellen.

Die Präsidentin bleibt bei ihrem Anspruch auf Nachhaltigkeit

Trotzdem machte Antoinette Hunziker ihre Ankündigung wahr, ihre Vergütung um einen Drittel zu senken. Sie bezog im letzten Geschäftsjahr noch rund eine halbe Million. «Im Bankgewerbe gehen die Erträge zurück, wegen sinkenden Zinsen und Negativzins. Da ist es nichts als richtig, dass auch die oberste Führung ihren Lohn kürzt», sagt sie im Gespräch mit dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis».

Sie gibt damit zu verstehen, dass sie von ihren Ansprüchen an eine nachhaltige, nicht spekulative Geschäftsführung nicht abweicht. Es sei ihr gelungen, diese Grundsätze in ihrem ersten Jahr als Berner Bankpräsidentin auch zu bestätigen - weil die Bank sowieso diesen Wertvorstellungen seit Jahren verpflichtet sei.

Die Aktionäre folgten allen Anträgen der Bankleitung und wählten drei neue Verwaltungsratsmitglieder: Eva Jaisli, Unternehmerin aus dem Emmental, Christoph Lengwiler und Jürg Rebsamen, zwei Finanzexperten aus Luzern. Präsidentin des Verwaltungsrats bleibt für ein weiteres Jahr Antoinette Hunziker.