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Bern Freiburg Wallis Bauernhof muss BLS-Depot weichen

Die BLS will eine neue 140 Meter lange und 150 Meter breite Halle bauen - direkt an der Linie Bern-Neuenburg. 20 Grundeigentümer sind betroffen.

Der Standort Riedbach erfülle alle Anforderungen, schreibt die BLS in einer Mitteilung: Er liegt nahe am Bahnhof Bern, direkt an einer Bahnlinie und hat genügend Gleiskapazitäten.

Ein grün eingezeichnetes Feld zwischen dem Westside und Riedbach wo der Neubau entsteht.
Legende: Der geplante Neubau und die Geleise schematisch dargestellt. zvg

Die BLS plant eine Halle mit mindestens 15 Gleisen, und ein Gleisfeld ausserhalb der Halle, um Abstellflächen für die Züge zu haben. Baubeginn wird frühestens 2020 sein, die Inbetriebnahme ist per 2025 geplant, wie die BLS mitteilte.

Dann sollen die Werkstätten in Bönigen und Oberburg geschlossen werden. Die von der SBB gemietete Werkstätte Bern-Aebimatt steht nur noch bis 2019 zur Verfügung. Ab 2025 arbeiten gemäss Schätzungen der BLS etwa 340 Personen in Riedbach und 80 in Spiez. Entlassungen soll es keine geben.

Vom Bau betroffen sind 20 Grundeigentümer. Mit ihnen sucht die BLS einvernehmliche Lösungen. Allerdings können gemäss Eisenbahngesetz die Eigentümer enteignet werden. «Wir stehen noch ganz am Anfang der Planungsphase und haben die Eigentümer frühzeitig informiert», sagt BLS-Chef Bernard Guillelmon. «Ich bin zuversichtlich, dass wir für alle eine Lösung finden. Das es dabei Emotionen gibt, ist klar und für mich sehr verständlich.»

Der Bauernhof von Anni und Andreas Kohler muss weichen

Die Besitzer des Bauernhofs, der dem Neubau weichen muss, sind noch immer geschockt. «Erst jetzt realisieren wir, was das eigentlich heisst. Ich bin hier geboren und aufgewachsen, ich werde kämpfen für den Hof», sagt Andreas Kohler. Das Schlimmste für Anni Kohler ist, dass ihr im Moment die Motivation fehlt. «Warum am Morgen aufstehen? Es bringt ja doch nichts.» Für die BLS in der neuen Werkstätte zu arbeiten, kommt für Andreas Kohler nicht in Frage. Schliesslich sei er jetzt sein Leben lang Bauer. «Ich werde jetzt sicher nicht Züge putzen.»

4 Kommentare

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  • Kommentar von Herbert Müller, Zürich
    Die Bauern in Reidbach sollen sich nur wehren. Die BLS richtet mit der grossen Kelle an, wer soll das bezahlen, es gibt sicher alternativen. Es wird zu viel gutes Bauernland verbetoniert. Andernorst stehen grosse Hallen leer.
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  • Kommentar von Fritz Kappeler, Zürich
    Warum kann das Projekt nicht 300-400m weiter östlich realisiert werden? Da stehen 'nur' Felder und der Hof der Kohlers könnte bestehen bleiben! Zudem wäre dann wenigstens die Industriezone des Coopverteilzentrums und die der BLS beieinander und es werden nicht noch weitere Abschnitte verschandelt. Überdenkt dies bitte noch einmal gründlich. Ich Drücke den Bauern die Daumen, dass sie bleiben können!
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  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach BL
    Hier geht wieder einmal viel Kulturland verloren. Gibt es denn wirklich keine anderen Standorte ? Wenn dieses Projekt zustande kommt, werden im Umkreis viele Wohnbauten. So wird wieder eine Siedlung im Grünen entstehen, was nicht unbedingt erwünscht ist. Ich kann mit den Betroffenen mitfühlen, sie werden entwurzelt.
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    1. Antwort von René Mühlemann, Wädenswil/Bönigen
      Diese Alternative gibt es, in Bönigen, wo heute die BLS Werkstätte ist. Zwar etwas in die Jahre gekommen, aber es ist durchaus möglich diese zu erneuern. Gleisanlagen bestehen auch zur Genüge auf dem Gemeidegebiet von Interlaken bis zum Bahnhof Interlaken - Ost. Es muss auch kein zusätzliches Kulturland geopfert werden. An die Bauern: wehrt euch! In Rotenthurm hat die dortige Bevölkerung gegen das übermächtige EMD auch eine Waffenplatz gebodigt.
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