Beat Zaugg: «Nur wer bereit ist zu verlieren, kann auch gewinnen»

Der Freiburger Unternehmer mit Berner Wurzeln hat mit dem Verkauf von Scott-Aktien viel Geld gemacht. Das erlaubte ihm, jüngst das Berner Sportgeschäft Vaucher zu kaufen. Dort hat Beat Zaugg selber mal kurz gearbeitet und sagt: «Um Erfolg zu haben, braucht es immer Herzblut.»

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Bildlegende: Unternehmer Beat Zaugg beim Interview im SRF-Radiostudio Bern Peter Brandenberger/SRF

Herzblut war durchaus dabei, als sich Beat Zaugg kürzlich und schnell dazu entschloss, das traditionelle Berner Sportgeschäft Vaucher zu kaufen. Schliesslich hatte er dort nach seiner Berufslehre als Bauzeichner ein Jahr lang gearbeitet und den Grundstein für den Einstieg in den Sporthandel gelegt. Er schaut gerne auf diese Zeit zurück, weil er bei Familie Vaucher eine Lehrmeisterin gefunden habe, die ihm geholfen habe, «die ersten Schritte nicht total falsch zu machen».

«  Emotionen helfen, sich zu motivieren und über schwierige Zeiten hinweg zu kommen. »

Beat Zaugg

Der Unternehmer war unlängst schon beim Outdoor-Spezialisten Transa eingestiegen, jetzt hat er also Vaucher gekauft. Den Grundstein für diese Engagements legte er beim amerikanischen Sporthändler Scott, den er über 30 Jahre mitaufbaute und zuletzt als Alleinaktionär besass. Der Verkauf von 50,01 Prozent der Aktien an die koreanische Youngone-Gruppe brachte ihm über 100 Millionen Franken ein.

«Viele haben Mühe, alles aufs Spiel zu setzen»

Im Sonntagsgespräch mit dem «Regionaljournal Bern Freiburg Walis» sagt der Unternehmer in Givisiez FR, er habe immer den Luxus gehabt sagen zu können, Geld sei wichtig, aber Geld sei nicht alles. Auf den Einwand, das könne einer mit mehr als 100 Millionen im Rücken schon sagen, entgegnet Zaugg: «Das ist eine unfaire Analyse, denn bevor ich das hatte, habe ich dreissig Jahre lang investiert und war jedes Jahr bereit, das alles zu verlieren.»

Viele seiner Geschäftsfelder haben mit Sport zu tun. Und auch für den ehemaligen Skiakrobaten ist Sport ein wichtiger Lebensinhalt. Er hat gelernt, sich primär mit sich selber zu messen: «Ich habe viele gesehen, die sich mit sehr viel Jüngeren vergleichen und sich so mehr Stress machen als etwas anderes.»

«Zuhause kann ich mich am besten erholen»

Ans Kürzertreten denkt der 58-jährige Beat Zaugg nicht, auch wenn er dies seiner Frau schon vor Jahren versprochen hat. Sie wisse, dass er glücklich sei, wenn er eine Aufgabe habe. Und sie könnten ja «gleichwohl ab und zu Sachen zusammen geniessen». Auf seinen Geschäftsreisen in die ganze Welt hat er ohnehin nur ein Ziel: So schnell wie möglich nach Hause zu kommen. «Hier er Schweiz fühle ich mich am wohlsten und kann mich am besten erholen.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)