Jahresabschluss 2016 Bei der BLS rentiert alles - ausser der Regionalbahn

Die BLS hat 2016 einen Jahresgewinn von 15,6 Millionen erwirtschaftet. Das ist rund vier Mal mehr als im Vorjahr. Der Regionalverkehr, das Kerngeschäft des Bahnunternehmens, hat allerdings trotz mehr Passagieren 3,8 Millionen Franken Defizit eingefahren.

Die wichtigsten Zahlen aus dem Jahresabschluss 2016:

  • Der Konzerngewinn von 15,6 Millionen Franken ist deutlich höher als 2015, als 3,7 Millionen rausschauten.
  • 2016 musste das Bahnunternehmen nicht mehr Millionen in die Pensionskasse stecken, wie seit 2008. Zudem flossen rund 4 Millionen Franken von Versicherungen zurück.
  • 62,5 Millionen Fahrgäste sind vier Prozent mehr als im Vorjahr.
  • Die BLS hat 3169 Mitarbeitende, gut 100 mehr als im Jahr 2015.
  • Die Sparten Infrastruktur/Netz, Güterverkehr, Autoverlad, Schifffahrt und Busbetrieb trugen zum Gewinn bei.
  • Der Regionalverkehr hingegen machte 3,8 Millionen Franken rückwärts. Der Grund sind rückläufige Abgeltungen von Bund und Kantonen.
  • Die BLS rechnet für den Ausbau der Werkstätten und für neues Rollmaterial mit Investitionen von rund 400 Millionen Franken.

Kampf um Effizienz

Zwar entsprechen die 3,8 Millionen Franken Defizit im Regionalverkehr knapp einem Prozent der Abgeltungen von 422 Millionen Franken, die die BLS gesamthaft pro Jahr von Bund und den Kantonen einkassiert.

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Depotfrage geklärt

Die sehr umstrittene Frage, wo ein neues grosses BLS-Depot für den Fahrzeug-Unterhalt gebaut wird, ist für den BLS-Verwaltungsrat geklärt. Zurzeit ist das Dossier für eine neue Werkstätte in Bern-Kleinforst beim Bund. Das Depot Spiez wird bereits ausgebaut und die Werkstätte Bönigen bleibt bestehen und wird erweitert.

Die Konsequenz aus dem Geschäftsjahr 2016 sei aber klar, so BLS-CEO Bernard Guillelmon: «Wir müssen unablässig daran arbeiten, noch effizienter und kostengünstiger zu werden.» Ein Mittel dazu sei, die Regionallinien zusammenzuhängen und so die Züge länger fahren zu lassen. Das macht den Bahnkilometer billiger.

Eine Herausforderung ist dabei, ein Fehlbetrag von rund 40 Millionen aufzufangen, der auf dem Regio-Express-Netz entsteht. Da gehören weitere Linien neu zum Fernverkehr und der bekommt keine Subventionen von der öffentlichen Hand. Aus diesem Grund kämpft die BLS um drei rentable Fernverkehrs-Linien Richtung Zürich-Ostschweiz und Basel und steht damit in Konkurrenz zur zehn Mal grösseren SBB.