Belp als wirtschaftsfreundlichste Agglo-Gemeinde geehrt

Der Hauptort des Gürbetals macht vieles richtig, zumindest was die Kriterien des bernischen Handels- und Industrievereins HIV betrifft. So liegt Belp im HIV-Rating der wirtschaftsfreundlichsten Berner Agglo-Gemeinden klar an der Spitze, vor Muri und Köniz. Mitgemacht haben 17 Gemeinden.

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Bildlegende: Belp ist die wirtschaftsfreundlichste und standortattraktivste Berner Agglo-Gemeinde - sagt der HIV im Rating 2015. Christian Strübin/SRF

Zum 5. Mal seit 1998 verteilt der bernische Handels- und Industrieverein HIV Noten, Punkte und Ränge in seiner Bewertung der wirtschaftsfreundlichsten Gemeinden. Im Rating 2015 gewinnt Belp mit 169 Punkten klar vor Muri und Köniz.

Fünf Kriterien, nämlich «Steuern und Gebühren», «Verkehr und Parkieren», «Bauen, Flächen und Reglemente», sogenannt «weiche Faktoren» wie Wohnraum oder Mietzinse und schliesslich der Bereich «Umgebung und Lebensqualität» mit Schul- und Betreuungsangeboten führen zum Resultat.

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Bildlegende: Vize-Gemeinderatspräsident Hans Aeschlimann mit der HIV-Auszeichnung für Belp. Christian Strübin/SRF

«Wir freuen uns natürlich. Der Spitzenplatz motiviert uns auch, uns weiterhin Mühe zu geben», sagt Hans Aeschlimann, Vizegemeinderatspräsident von Belp. Seine Gemeinde hat seit dem letzten Rating 2011 um fünf Punkte zugelegt.

Höher gewertet wurde Belp zum Beispiel dank Verbesserungen beim ÖV und Gratisparkplätzen beim Bahnhof, besseren Sportanlagen und einem Abstimmungsverhalten, das dem HIV passt.

Die Guten sind immer noch gut

Muri gehört mit 164 Punkten klassischerweise zur wirtschaftsfreundlichen Agglo-Elite und landet im Rating 2015 auf Rang 2. Köniz, vor acht Jahren an der Spitze, hat zwei Punkte verloren und holt mit noch 162 Punkten Platz 3. «Man muss es ja nicht überbewerten. Aber ich will dann schon noch wissen, wo diese zwei Punkte seit 2011 verloren gegangen sind», so der Könizer Gemeinderat Urs Wilk. Für ihn sind nicht die Punktezahlen massgebend, sondern der Vergleich mit den andern Gemeinden. Ähnlich sieht es der Bolliger Präsident Ruedi Burger. Seine Gemeinde ist im Rating seit Jahren stabil und nun auf Rang 6.

Die Gemeinde Kehrsatz schliesslich ist mit 161 Punkten und Rang 5 zum zweiten Mal der Überflieger beim Punktegewinn. Seit 2011 konnte die Gemeinde um sieben Punkte zulegen. «Ich wundere mich, dass es so eingeschenkt hat», staunt Gemeindepräsidentin Katharina Annen. Beim Rating 2007 war Kehrsatz mit 142 Punkten sogar noch weit abgeschlagen.

HIV: An der Spitze wird die Luft dünn

Für Projektleiter Alain Hauert vom HIV ist diese Datenreihe seit 1998 geeignet, eine Entwicklung aufzuzeichnen. «In der Spitzengruppe müssen sich die Gemeinden sehr Mühe geben, ihre Punkte zu behalten. Wir stellten im Rating 2015 auch fest, dass viele Gemeinden bei Steuern und Gebühren verloren haben». Es sei ein Abbild der Steuerpolitik auch des Kantons. Einbussen gibt es auch bei der Lebensqualität. Da machen sich rückläufige Wohnbau-Angebote und höhere Mieten negativ bemerkbar.

Der HIV erachtet sein Rating als nützliches Instrument für Gemeinden, um sich aus eigener Kraft zu entwickeln und sich mit anderen vergleichen zu können. Dazu werde das Rating auch immer wieder abgerufen, wenn sich Firmen ansiedeln wollen.