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Bern Freiburg Wallis Bergschaft sagt Nein zum V-Bahn-Projekt - und keiner weiss, warum

Die Bergschaft Wärgistal lehnt den Baurechts- und Dienstbarkeitsvertrag für das V-Bahn-Projekt der Jungfraubahnen ab. Die geplante Gondel-Bahn von Grindelwald zum Eigergletscher erhält also kein Überfahrtsrecht. «Die Meinungen waren gemacht», sagt die Bergschaftspräsidentin Marianne Bomio.

Der Eiger ist von wolken umhüllt.
Legende: Die Lage für das V-Bahn-Projekt am Eiger verdüstert sich. Keystone

An der ausserordentlichen Versammlung der Bergschaft Wärgistal vom Dienstagabend wurde die nötige Zweidrittelsmehrheit der Stimmen und der vertretenen sogenannten Kuhrechte verfehlt, wie die Bergschaft mitteilte. Dieser Entscheid ist für das grosse V-Bahn-Projekt der Jungfraubahnen ein Rückschlag. «Wie es mit dem V-Projekt weiter geht, ist unklar», heisst es weiter.

Gründe bleiben im Dunkeln

Bergschaftspräsidentin Marianne Bomio-Rubi kann die Frage nicht schlüssig beantworten, was den Ausschlag für den Entscheid gegeben hat.

«Jeder hat sich mit dem Projekt beschäftigt und seine Schlüsse gezogen. Aber ich sehe nicht in die Köpfe hinein». Für Marianne Bomio steht fest: «Die Meinungen waren gemacht. Es hat keine Diskussion gegeben, lediglich ein paar Wortmeldungen.»

Jungfraubahnen bedauern

Urs Kessler, der CEO der Jungfraubahn-Holding, bedauert den Entscheid der Bergschaft Wärgistal, zumal die Mehrheit für das Projekt sei, aber eben nicht die erforderliche Zweidrittelsmehrheit. Die Gründe sind auch der Bahngesellschaft nicht klar. Ob damit das ganze 400-Millionen-Projekt gefährdet ist, ist offen. «Dazu können wir im Moment nicht Stellung nehmen», so Urs Kessler.

Der Ball liegt nun zunächst bei den Stimmberechtigten von Grindelwald. Sie sollen am Freitag, den 24. Oktober an einer ausserordentlichen Generalversammlung über die Überbauungsordnung und die Zonenplanänderung abstimmen. Ob ein Ja der Grindelwalder Stimmberechtigten das Projekt retten kann, ist ungewiss.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Die Schweiz kann nur hoffen, dass sich jeder Grindelwaldner für die wunserschöne Gegend entscheidet + nicht für das überdimensionale V-Projekt. Leider gibt es aber auch hier schon Menschen, die im Hamsterrad des "Immer-weiter-immer-mehr" gefangen sind + nich abspringen können. Es braucht aber nur eine sehr einfache Rechnung: Wenn wir diese riesige Bahn nicht bauen, bleibt die Landschaft, die Grindelwaldner sind zufrieden, es braucht keine Ausländer die hier arbeiten oder wohnen müssen usw.
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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Die Machthungrigen Befürworter (auch Herr Ogi) versuchen die Menschen zu überreden mit der Begründung, dass man früher mit dem Bau der Bahn ja auch ein riesiges und umstrittenes Projekt vollbracht hätte. Das war aber früher, als die Gegend mehr oder weniger leer war + es für eine Bahn und vernünftige Touristen noch Platz gab. Heute ist aber das Gebiet erschlossen + auf die Touristen welche damit angezogen werden sollen (Asiaten ohne Verständnis für die Natur) sollten wir besser verzichten.
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  • Kommentar von Marianne R., Gwatt
    Dieses Bahnprojekt darf auf keinen Fall gebaut werden.Das ist reiner Gigantismus von einigen Macht-Menschen.Das Gebiet in Grindelwald würde dadurch zur Disney-Kulisse. Es würden sich dann so viele Menschen hier aufhalten, dass es bald auch dem letzten echten Grindelwaldner verleidet hier noch zu wohnen. Sie würden wegziehen und Ausländer würden kommen und hier wohnen und arbeiten.Vergleiche gibt es z.B. am Thunersee: Seit es so viele Häuser am See gibt, erscheint er immer mehr wie eine Pfütze.
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