Bern ist grüner als man denkt

Auf dem Stadtgebiet wachsen über 1400 verschiedene Arten von Wildpflanzen. Dies hat die Fachstelle für Natur und Ökologie in einer zweijährigen Arbeit herausgefunden. Ein Teil dieses Floreninventars wird nun der Öffentlichkeit präsentiert.

Ob zwischen Pflastersteinen, vor dem Bundeshaus, in Mauerritzen oder sogar auf dem Kunstrasen: den Wildpflanzen in der Stadt Bern ist mancher Ort recht, um Wurzeln zu schlagen. 1438 verschiedene Arten haben in der Stadt Bern ihren Lebensraum gefunden. «Wir wussten am Anfang des Projekts, dass es mindestens 800 Pflanzenarten gibt», sagt Sabine Tschäppeler, Leiterin der Fachstelle Natur und Ökologie der Stadt Bern. Dass es aber dann fast doppelt so viele sind, habe sie überrascht.

Die Fachstelle erhielt bei der Inventarisierung tatkräftige Unterstützung aus der Bevölkerung. Über 36'000 Funde wurden der Fachstelle gemeldet. «Wir waren erstaunt, wie viele Leute bereit sind, sich in die Flora einzuarbeiten und so genau hinzuschauen», sagt Sabine Tschäppeler weiter. Ohne diese Mithilfe wäre das Projekt kaum möglich gewesen.

Das Floreninventar einer Stadt gibt wichtige Hinweise auf die Artenvielfalt. Dank den erhobenen Daten können zum Beispiel gezielte Artenförderungsprogramme lanciert werden. «Bei wichtigen und seltenen Arten können wir dann zum Beispiel die Pflege anpassen.» Zudem würden die Ergebnisse der Stadt Bern in die Datenbank für die Schweizer Flora einfliessen.

Ausstellung und Buch

Das Floreninventar der Stadt Bern soll bis Ende 2016 abgeschlossen sein. Ein Teil davon wird derzeit als Fotoausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Nach Abschluss der Arbeit ist auch ein Buch geplant, das den Bernerinnen und Bernern zeigen soll, wie vielfältig grün ihre Stadt ist.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)