«Bern ist überall» entdeckt die Küche als Bühne

Die Berner Spoken-Word-Formation legt zum 10-jährigen Bestehen ein neues Hörbuch vor. Musiker Christian Brantschen besuchte die Mitglieder von «Bern ist überall» in ihren Küchen. Das Werk «Ir Chuchi» zeigt das Ensemble von einer neuen Seite und gibt neue Einblicke in Schweizer Küchen.

Guy Krneta, Ariane von Graffenried und Christian Brantschen (von links) im Studio Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Guy Krneta, Ariane von Graffenried und Christian Brantschen (von links) im Studio. SRF

In der Regel sind es drei Autorinnen und Autoren plus ein Musiker, die gemeinsam unter dem Label «Bern ist überall» auftreten. Auf der Bühne beflügeln sie sich gegenseitig. Für das neuste Werk, das Hörbuch «Ir Chuchi», wurden sie von Initiant und Produzent Christian Brantschen in ihren Küchen besucht. Damit ist das Werk privater als die jeweiligen Bühnenauftritte - und gibt gleichsam einen Einblick in die Küchen von Schweizer Künstlern. «Jede Küche tönt komplett anders», resümiert Christian Brantschen im Gespräch mit Radio SRF.

Ariane von Graffenried erzählt im Hörbuch die gespentische Geschichte, die sich in ihrem Altstadthaus zutragen könnte, untermalt mit der passenden Musik von Brantschen. Für sie ist der Verlauf interessant, «wie sich ein Stück entwickelt».

Guy Krneta ist mit der Geschichte eines Sans-papiers präsent. Er hat den Sprechgesang zur lieblichen Musik von Brantschen kombiniert. Dies sei im Ensemble sehr wichtig, sagt er im Live-Gespräch im Regionaljournal: «Wichtig ist, dass nicht der eine mit dem Text kommt und der andere macht die Musik dazu, sondern dass man aufeinander reagiert.»

Weiter ist dem Ensemble wichtig, auch andere Sprachen als Berndeutsch ertönen zu lassen - Französisch und Romanisch etwa. Dabei gehöre es zum Spiel, auch in Sprachen Texte für den mündlichen Vortrag zu schreiben, die man nicht so gut beherrsche: «Man kann in allen Sprachen Texte schreiben», sagt Guy Krneta.