«Bern konnte uns nicht das Gewünschte bieten, Freiburg schon»

Anfang Oktober ehrte der Kanton Freiburg symbolisch seine 300'000. Einwohner. Auch die Familie Moser-Siegenthaler, welche aus Bern nach Gurmels gezogen ist. Sie würden Infrastruktur benötigen und neue Kosten verursachen. Aber sie seien auch gute Steuerzahler.

Sandra Moser und der vier Monate alte Neo im Portrait. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sandra und Neo Moser stehen für das Wachstum des Kantons Freiburg. SRF

«Wir fühlen uns wohl, da wo wir sind in Gurmels», sagt Sandra Moser. Die Familie sei bewusst in ihr Haus in Gurmels gezogen, weil sie im Kanton Bern nichts vergleichbares gefunden hätten. «Preis-Leistung» sei ausschlaggebend gewesen.

Weil Bern nicht allen alles bietet, ziehen viele Menschen aus dem Kanton Bern in den Kanton Freiburg. Anfang Oktober zählte der Kanton erstmals 300'000 Einwohner. Die Familie von Sandra Moser steht für das rasche Bevölkerungswachstum von Freiburg.

Ihr sei es egal, auf welcher Seite der Kantonsgrenze sie wohne, sagt Sandra Moser. Sie bleibe in Bern verwurzelt und der Arbeitsort von ihr und ihrem Partner bleibt Bern.

Mit Gurmels habe sie sich aber bereits gut angefreundet und schätze die Umgebung und die kurzen Distanzen zu Murten oder Düdingen. «Dass ich nun Freiburgerin bin, habe ich erst realisiert, als wir das Nummernschild beim Auto wechseln mussten.»

Hohe Kosten für klammen Kanton

Mosers pendeln mit zwei Autos zur Arbeit nach Bern. Noch einigermassen staufrei. Der viermonatige Neo wird bald die Kindertagesstätte in Gurmels besuchen, später die Schule. Sie würden immerhin Steuern zahlen, sagt Sandra Moser.

Aber sie und all die anderen zahlreichen Zuzüger bürden dem Kanton auch Kosten auf: Für Strassen, Schulen oder medizinische Infrastruktur. Dies ist die Kehrseite der Wachstumsmedaille.

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