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Legende: Audio Das Behindertenkonzept ist gut, aber teuer abspielen. Laufzeit 01:41 Minuten.
01:41 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 13.12.2018.
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Berner Behindertenkonzept Selbstbestimmtes Leben kostet mehr als erwartet

Das Konzept, welches Behinderten ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht, kostet jährlich 100 Millionen mehr als heute.

Das neue Berner Behindertenkonzept, das der Kanton Bern 2016 vorerst versuchsweise einführte, verursacht höhere Kosten als erwartet. Das hat eine Zwischenanalyse aufgezeigt. Ohne grundlegende Änderungen am Modell kann dieses nicht kostenneutral eingeführt werden.

Wie die bernische Gesundheits- und Fürsorgedirektion GEF mitteilte, entstünden für den Kanton Bern Zusatzkosten von 70 Millionen Franken pro Jahr, wenn das System wie ursprünglich geplant eingeführt würde. Bei der Umstellung können gar Kosten von 100 Millionen entstehen.

Geld an Menschen statt Institutionen

Das Konzept will behinderten Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Es sollen nicht mehr primär jene Institutionen unterstützt werden, welche Behinderte beschäftigen oder in denen sie wohnen. Vielmehr will der Kanton künftig primär jedem Behinderten die Kosten für jene Leistungen bezahlen, welche er fürs Leben braucht.

Eine Frau mit blondem, kurzem Haar steht vor einem Glasregal mit alten Büchern.
Legende: Astrid Wüthrich, Alters- und Behindertenamt: «Wir müssen überprüfen, welche Leistungen wir in Zukunft finanzieren.» Christian Strübin/SRF

Der höhere Aufwand ergab sich während des Versuchsbetriebs für die Abklärung des Bedarfs und die Abrechnung der Leistungen. Zudem zeigte sich eine grosse Komplexität in Bezug auf die damit verbundenen Prozesse und Vorgaben.

Umsetzung wird fortgesetzt

Trotz der Erkenntnisse aus der Zwischenanalyse hat die GEF entschieden, die Umsetzung des Behindertenkonzepts weiterzuführen. Menschen mit Beeinträchtigungen und deren Angehörige hätten sich positiv zu den grösseren Wahlmöglichkeiten geäussert, welche das neue Modell mit sich bringe. Die Systemumstellung könne aber nur mit Anpassungen erfolgreich über die Bühne gehen.

Gut geht es weiter

Die Kantonale Behindertenkonferenz Bern kbk begrüsst es, dass die GEF die Umsetzung des Behindertenkonzepts fortführt. Das Berner Modell ermögliche es diesen Menschen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.

Sie zweifelt jedoch die Berechnungen der Gesundheitsdirektion zu den Kostenfolgen an. Und wehrt sich dagegen, dass die GEF mit möglicherweise unrealistischen Annahmen Kostendruck erzeugt, um massive Abstriche am Berner Modell zu legitimieren. Die Behindertenkonferenz fordert, dass die Zahlen zu plausibilisieren sind, bevor irgendwelche Entscheide getroffen werden.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von mario hellberg  (fusci)
    Typisch Kanton Bern... prescht wieder mal voraus! Jeder halbwegs vernünftige Mensch in diesem Business sieht das es teurer werden muss! = Idee ist super, leider aber will der Kanton seit Jahren im sozialen Bereich sparen. Idee: weniger Verwaltung und Kontrolle, weniger hohe Hürden in der Ausbildung! Mehr Vertrauen und wieder Zeit für die Menschen= zurück zu echter Qualität! Und doch günstiger als mit all den Vorgaben!
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