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Ein Gespräch über das Erwachsenwerden
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 06.06.2020.
abspielen. Laufzeit 14:59 Minuten.
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Berner Jungautorin Warum ist Erwachsenwerden so schmerzhaft?

Die 20-jährige Ronja Fankhauser hat als Maturarbeit ein Buch übers Erwachsenwerden geschrieben. Schonungslos ehrlich. Auch mit sich selbst.

Ronja Fankhauser ist links, feministisch und hinterfragt den Kapitalismus. Ihr Text über die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens in unserer Gesellschaft wurde am Gymnasium Hofwil (BE) mit der Höchstnote ausgezeichnet, fand einen Verleger und liegt nun als Buch vor. Es heisst «Tagebuchtage Tagebuchnächte».

Ronja Fankhauser

Ronja Fankhauser

Berner Jungautorin

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Ronja Fankhauser, geboren 2000, ist in einer Bauernfamilie mit zwei Geschwistern aufgewachsen und lebt zurzeit in Bern. Interessiert an Klima-, Gender- und Systemfragen.

SRF News: Ronja Fankhauser, auf den ersten Blick sieht Ihr Buch aus wie ein weiteres Teeniebuch. Ist es das?

Ein Teeniebuch? Jein. Es geht um Jugendliche, aber es geht auch um Erwachsene und um die Verbindung der beiden Gruppen. Es geht um die Frage, wie Erwachsene Teenager behandeln. Es ist ein Buch für Jugendliche und Erwachsene.

Wir wollten auf eine bestimmte Weise gross werden, dem entsprechen, was uns überall gezeigt wurde, in Filmen und Serien und Büchern und Liedern. Das Ideal.
Autor: Ausschnitt aus dem BuchTagebuchtage Tagebuchnächte

Punkto Aufmachung des Buches: Ja, auf den ersten Blick sieht das Buch herzig aus, wer aber genauer hinschaut, sieht Kontraste, die das Klischee hinterfragen. Das umrandete Wort Sex zu Beispiel, das auftaucht. So ist das ganze Buch: Der erste Blick ist anders als der zweite.

Wenn man Ihr Buch liest, hat man den Eindruck, Erwachsenwerden sei ein absolutes Massaker.

Ja, wenn wir die Leute fragen, sagen sie einem, diese Lebensphase sei schon ein Massaker gewesen. Es ist wichtig, über diese für viele schwere Zeit zu reden. Und zu klären, warum die Adoleszenz für viele so heavy ist.

Warum ist Erwachsenwerden aus Ihrer Sicht so schmerzhaft, was zeigt Ihnen Ihre Feldstudie?

Klar, die Veränderungen sind gross in dieser Zeit, auch hormonell. Auf den zweiten Blick erkenne ich aber auch Strukturen in unserer Gesellschaft, die Jugendliche in ihrer Entwicklung nicht fördern, sondern unterdrücken.

Manche Strukturen unterdrücken die Jugendlichen.

Unser Schulsystem zu Beispiel: Das unterstützt junge Menschen in dieser Phase des Umbruchs zu wenig. Es wird viel befohlen, man muss gehorchen. Stattdessen sollte die Schule die natürliche Neugierde der Teenager mehr fördern.

Ihr Buch liest sich als Kritik an der heutigen Gesellschaft, am Kapitalismus: Jetzt wird Ihr Buch verkauft, und Sie sind plötzlich Teil dieses Systems: Wie gehen Sie damit um?

Es ist wichtig, dass ich mir dessen bewusst bin. Ob es mir gefällt oder nicht: Ich bin Teil dieses kapitalistischen Systems. Und es ist wichtig, damit zu interagieren. Nur als aktiver Teil dieses Systems kann ich versuchen, es zu ändern.

Das Gespräch führte Simon Leu.

Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr;

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