Berner Jus-Studenten feiern Erfolg an «Handelsrecht-Olympiade»

Am renommierten «Vienna Moot Court» messen sich jedes Jahr über tausend Jus-Studierende aus aller Welt in einem fiktiven Schiedsgerichtsverfahren. Für das Team der Universität Bern war die Teilnahme ein grosser Erfolg: Sie platzierten sich als bestes Schweizer Team in den Sechzehntelfinals.

Gerichtsverhandlung am Pre-Moot in Riga. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Vor Gericht Vorbereitungsverhandlungen finden im Ausland statt. Unter anderem in Edinburgh, Belgrad und Riga (im Bild). ZVG Universität Bern

Mit der Platzierung unter den besten 32 Teams erreicht das sechsköpfige Bernerteam am «Vienna Moot Court» das beste Resultat aller Schweizer Universitäten. 311 Teams aus allen Kontinenten der Welt nahmen dieses Jahr an den Verhandlungen teil. Der Wettbewerb für Jus-Studentinnen und Studenten im Bereich Zivil- und Wirtschaftsrecht gilt als weltweit grösster und renommiertester seiner Art.

Qualität des Plädoyers ist entscheidend

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«Moot Court»

Die Bezeichnung «Moot Court» kommt ursprünglich aus dem Englischen und bedeutet so viel wie «fiktives Gericht». Bei diesem Wettbewerb im Rahmen der juristischen Ausbildung wird Studierenden der Rechtswissenschaften ein fiktiver Fall zugeteilt, bei welchem sie jeweils eine der Prozessparteien vor Gericht vertreten müssen.

Rund sechs Monate haben sich die Studentinnen und Studenten intensiv mit einem Fall auseinandergesetzt. Dabei investierte jedes Mitglied der Gruppe etwa 800 Arbeitsstunden in die Vorbereitung des Wettbewerbs. Neben der Verfassung der Klageschriften in Englisch, ist vor allem die Qualität der einzelnen Plädoyers vor Gericht massgebend.

«Die rhetorische Praxis kommt im Jus-Studium von heute zu kurz», sagt Fritz Rothenbühler vom Bernischen Anwaltsverband. Darum sei die Teilnahme am «Vienna Moot Court» eine gute Referenz, welches die Teilnehmer von den anderen Studierenden abhebe.

«  Im Jus-Studium von heute kommt die rhethorische Praxis zu kurz. »

Fritz Rothenbühler
Präsident, Bernischer Anwaltsverband

(hinten v.l.n.r.) Lea Gerber, David Möckli, Simone Wittwer; (vorn v.l.n.r.) Florian Jäger, Manu Ferro und Hannes Latzel Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Moot Court Team der Uni Bern (hinten v.l.n.r.) Lea Gerber, David Möckli, Simone Wittwer; (vorn) Florian Jäger, Manu Ferro und Hannes Latzel. ZVG Universität Bern

Die beiden vom Team verfassten Klageschriften wurden mit je einer «Honorable Mention» ausgezeichnet und Teammitglied David Möckli erhielt darüber hinaus für sein Plädoyer die Auszeichnung als einer der besten «Individual Oralists».

Mit diesem Gesamtergebnis sind die Berner Masterstudentinnen und -studenten zufrieden. Sie erhoffen sich damit die bestmöglichen Chancen für den Einstieg ins Berufsleben als Jurist erarbeitet zu haben.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)