Berner Kantonsparlament ist besorgt über Hausarztmangel

Der bernische Grosse Rat will den Mangel an Hausärzten nicht hinnehmen. Er will vor allem bei der Ausbildung ansetzen. Aber auch der Bund sei gefordert.

Die Sorgen des Berner Kantonsparlaments kamen am Montag bei der Beratung einer Motion von Hans-Peter Kohler (FDP) deutlich zum Ausdruck. Im Kampf für den Erhalt der medizinischen Grundversorgung brauche es Massnahmen schon auf Stufe der universitären Ausbildung, machte Kohler geltend. Der Regierungsrat solle deshalb zusammen mit der Universität Bern und den Spitälern nach Lösungen suchen. Dazu gehöre eine Neuevaluation des Numerus clausus.

Arztgespräch. Zwei Personen an einem Tisch. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Kantonsparlament möchte wieder mehr Hausärzte. Keystone

In der Debatte stiess Kohlers Grundanliegen zwar auf breite Zustimmung. Zugleich machten mehrere Votanten geltend, dass eine Regelung auf Bundesebene vonnöten sei. Der Vorstoss sei deshalb «ein bisschen für die Tribüne».

Rat rennt offene Türen ein

Erziehungsdirektor Bernhard Pulver betonte, im Ziel, mehr Ärzte auszubilden, seien sich alle einig. Erste Massnahmen seien auch bereits getroffen worden; so habe die Universität Bern die Zahl der Studienplätze bekanntlich aufgestockt.

Doch sie stosse auf Kapazitätsgrenzen, deshalb habe der Numerus clausus nach wie vor seine Berechtigung. Zunächst müssten mehr Klinikplätze geschaffen werden, anschliessend könne man die Anzahl Studienplätze weiter steigern. Der Rat überwies Kohlers Forderung schliesslich mit 132 zu 10 Stimmen in der unverbindlichen Form des Postulats.

Unbestritten blieb der zweite Punkt der Motion: Es seien zusätzliche Anreize auszuarbeiten, damit sich mehr Studierende für eine Karriere als Hausärztin oder Hausarzt entscheiden. Der Rat nahm diesen Punkt mit 141 zu 1 Stimmen als Motion an, schrieb ihn allerdings gleich anschliessend ab.