Zum Inhalt springen
Inhalt

Berner Kiesbranche Wieder wurde ohne Bewilligung Kies abgebaut

In Hasle bei Burgdorf wurde fünf Jahre lang Kies abgebaut – ohne Bewilligung. Der Kanton will nun genauer kontrollieren.

Legende: Audio Unregelmässigkeiten beim Kiesabbau – wird zu wenig hingeschaut? abspielen. Laufzeit 03:08 Minuten.
03:08 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 29.01.2019.

Die Sand- und Kiesabbaufirma Fritz Blaser AG aus Hasle bei Burgdorf hat auf dem Gemeindegebiet fünf Jahre lang Kies abgebaut, ohne im Besitz einer Baubewilligung zu sein. Im vergangenen Dezember stellte sie dies fest. Die Gemeinde verfügte einen Abbaustopp.

2008 hatte die Bevölkerung von Hasle Ja gesagt zum Kiesabbau im Gebiet «Dicki» und die dazu nötige Überbauungsordnung genehmigt. Erst 2013 hat die Firma mit dem Abbau angefangen. Das Baugesuch dafür hat sie nicht eingereicht. Auf ungefähr der Hälfte des Areals ist unterdessen – ohne Bewilligung – Kies abgebaut worden. Nach Angaben von Standortleiter Daniel Christen handelt es sich um eine Fläche von zwei bis drei Hektaren. Die Firma baut seit rund 70 Jahren in Hasle Kies ab.

«Vertuschen? Nein, das hatte man sicher nicht im Sinn», sagt Daniel Christen, Standortleiter der Fritz Blaser AG. Das wäre irgendwann aufgeflogen. Das Baugesuch sei wohl einfach vergessen gegangen, weil die Überbauungsordnung ja vorgelegen habe. Und die Gewässerschutzbewilligung habe der Kanton auch erteilt.

Firma muss Baugesuch nachreichen

In Absprache mit dem Regierungsstatthalteramt haben die Behörden von Hasle nun den Sand- und Kiesabbaubetrieb aufgefordert, umgehend ein Baugesuch für die bereits ausgeführten und die noch geplanten Abbauarbeiten nachzureichen. Es soll Ende Januar eingereicht und dann publiziert werden. Bis eine rechtsgültige Baubewilligung vorliegt, bleibt der Kiesabbau in der «Dicki» eingestellt.

Hätte die Gemeinde genauer hinschauen müssen? Gemeindepräsident Walter Scheidegger sagt: «Natürlich ist das nicht gut, wenn eine Bewilligung nicht vorliegt.» Und er reicht die heisse Kartoffel weiter. Auch beim Kanton habe man nicht genau hingeschaut.

Kein Einzelfall

Der Fall der Fritz Blaser AG ist nicht der erste solche Fall. In Rubigen hat eine Baufirma ohne Bewilligung Kies abgebaut. In diesem Zusammenhang hat eine Arbeitsgruppe alle Standorte im Kanton untersucht. Bei acht Standorten war nicht alles in Ordnung. Der Fall Hasle ist aber nicht darunter. Oliver Steiner vom kantonalen Amt für Wasser und Abwasser sagt: «Der Kiesabbau in Hasle war unbestritten.» Man werde künftig bei der Bewilligung von Etappen noch genauer hinschauen.

Wer Kies abbaut ohne Bewilligung, wird von Amtes wegen verzeigt. Der Fall von Rubigen landete schliesslich vor dem bernischen Verwaltungsgericht. Dieses entschied, dass auch in einer Grube in Rubigen eine Baubewilligung fehlte.

Die Gemeinde Rubigen sah indes keinen Verstoss. Anwohner wehrten sich jedoch und bekamen beim Kanton und schliesslich beim Verwaltungsgericht Recht. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren schliesslich ein, weil die Firma weder fahrlässig gehandelt noch das Gesetz vorsätzlich verletzt hatte.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.