Berner Mieter in städtischen Liegenschaften haben Glück

Die Liegenschaftsverwaltung der Stadt Bern reagiert von sich aus auf den tieferen Referenzzinssatz. Nicht alle Eigentümer tun das.

Wer in einer Mietwohnung der Stadt Bern wohnt, kann sich freuen: Die städtische Liegenschaftsverwaltung senkt per 1. Mai 2014 die Mietzinse und passt sie dem erneut tieferen nationalen Referenzzinssatz an. Die Stadt wird also von sich aus aktiv, die Mieterinnen und Mieter müssen kein Gesuch um Anpassung des Mietzinses stellen.

Der nationale Referenzzinssatz für Hypotheken wurde Anfang September von 2,25 auf 2,00 Prozent gesenkt. Die städtischen Mieten werden per 1. Mai 2014 um durchschnittlich 2,38 Prozent sinken. Dem Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik entgehen dadurch Einnahmen von fast 400'000 Franken pro Jahr.

So mieterfreundlich wie die Stadt Bern ist zum Beispiel auch die Berner Genossenschaft Fambau. Auch sie passt die Mieten jeweils von sich aus dem Referenzzinssatz an. «Wir finden, wir seien das unseren Mietern schuldig», findet Walter Straub von der Fambau-Geschäftsleitung.

Würden das alle Eigentümer so handhaben, hätte der Mieterverband wohl weniger zu tun: «Wir stellen fest, dass sehr viele Mieter jeweils bei uns den Mietzins-Checkup machen lassen», sagt Margrith Beyeler, die Geschäftsleiterin des Mieterverbands Kanton Bern.

Doch nicht alle Hauseigentümer seien in einer finanziellen Lage wie etwa eine Genossenschaft, sagt Lukas Manuel Herren vom Hauseigentümerverband Bern und Umgebung. Er erinnert an die Kosten für eine Liegenschaft.