Berner Oper im Rekordtief - keine Panik beim Chef

Konzert Theater Bern (KTB) hat im Musiktheater einen Viertel weniger Publikum gezählt als in der Saison davor. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zugelegt haben das Schauspiel, der Tanz und das Orchester.

Robin Adams im Bühnenbild der Zauberflöte Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mozarts Zauberflöte mit Robin Adams läuft noch bis März 2015. Die aktuelle Saison könnte besser werden als die letzte. zvg Konzert Theater Bern, A. Boutellier

Noch nie in der Geschichte des Berner Stadttheaters haben so wenig Leute das Musiktheater besucht: Nach einem Zwischenhoch im Vorjahr ist die Zuschauerzahl in der Saison 2013/14 um rund einen Viertel auf 31'315 gesunken.

Für den Rückgang bei der Oper sieht die Leitung von KTB drei Gründe:

  • Wegen der Sanierung des Stadttheaters gab es eine Produktion weniger.
  • Eine besonders beliebte Oper («Peter Grimes») lief in der Grossen Halle der Reitschule, wo weniger Publikum Platz hat.
  • «Und drittens lief die Produktion am wenigsten gut, von der wir uns am meisten erhofft hatten», sagt KTB-Direktor Stephan Märki. Er spricht von der Operette «Der Vetter aus Dingsda». Sie erreichte eine Auslastung von nur 44 Prozent.

Der Rückgang bei der Oper sei aber kein Trend, sagt Stephan Märki. Das sehe man anhand der ersten Zahlen der neuen Saison, welche seit Spätsommer 2014 läuft. «Die Oper ist wieder ganz vorne dabei. Mit den Zuschauerzahlen und den Einnahmen.»

Zuversichtlich also für die Zukunft - und zufrieden kann Märki auch mit dem Rückblick auf die vergangene Saison sein, abgesehen von der Oper. Alle andern Sparten haben zugelegt:

  • Das Schauspiel von 37'953 auf 40'450 Zuschauer
  • Der Tanz von 11'633 auf 12'339 Zuschauer
  • Das Symphonieorchester von 35'391 auf 47'367 Zuschauer (inklusive Konzerte in Deutschland)

Und schliesslich hat KTB auch Publikum mit neuen Formaten gewonnen, wie etwa mit der Gesprächsreihe «Berner Reden», mit Konzerten für Kleinkinder oder mit einem Zirkus. «Mit solchen neuen Formaten wollen wir Publikum ansprechen, welches sonst nicht ins Theater kommt», sagt KTB-Direktor Stephan Märki. Und die Zahlen zeigten, dass es funktioniert habe.

Unter dem Strich haben die Zuschauerzahlen im Vergleich zur Saison davor zugenommen: Von 131'350 auf 140'975.

Finanziell schliesst KTB die vergangene Saison 2013/14 mit einem leichten Plus von rund 25'000 Franken ab. Das sei nicht selbstverständlich, schreibt die KTB-Leitung, zumal die Saison im Stadttheater wegen der Sanierung verkürzt war.

Die Entwicklung der Zuschauerzahlen bei der Oper (belegte Plätze):

  • Saison 2011/12: 35'781
  • Saison 2012/13: 41'631
  • Saison 2013/14: 31'315

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