Berner Regierung will keine Schnellrichter in Stadien

Der Berner Regierungsrat will keine Schnellrichter in den Fussball- und Eishockeystadien. Das bewährte Strafrechtssystem solle nicht aufgrund von «Sonderereignissen» beeinträchtigt werden, schreibt die Regierung in ihrer Antwort an eine Grossrätin.

FCZ-Fans in der Berner Altstadt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: FCZ-Fans marschierten vor dem Cupfinal am 21. April 2014 durch die Berner Altstadt. Zahlreiche Scheiben gingen kaputt. Keystone

Ob die Regierung eine Neuverhandlung des verschärften Hooligan-Konkordats in Betracht ziehe, fragte Grossrätin Anne-Caroline Graber (SVP, La Neuveville) nach den Ausschreitungen am Cupfinal vom 21. April 2014. Offenbar brauche es wirksamere Massnahmen wie die Einführung von Schnellrichtern vor Ort.

Zuerst Erfahrungen sammeln

Der Berner Regierungsrat widerspricht Graber in seiner am Montag publizierten Antwort. Das verschärfte Konkordat sei erst gerade vom Volk gutgeheissen worden. Dank der neuen Bestimmungen habe die Stadt Bern im April immerhin ein Aufeinandertreffen von Basler und Zürcher Fans verhindern können.

Ausschreitungen durch Zürcher gab es trotzdem. Für die Regierung ist es aber zu früh, nur anhand des Cupfinals eine Analyse zu erstellen. Weitere Erfahrungen seien in der laufenden Saison zu sammeln.

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