Berner Tourismus kämpft um Skiflüge nach Belp

Jahrelang haben Charterflüge Skitouristen aus Grossbritannien in den Kanton Bern gebracht. Aber die Skiflüge sind eingestellt worden. Sie diese Saison wieder zu beleben, hat nicht funktioniert. Die Tourismusorganisationen geben aber nicht auf. Doch eine Anpassung des Angebots ist nötig.

Flughafen Belp, Tower, Flugzeuge. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auf dem Flughafen Bern Belp sollen wieder Charterflüge mit Skitouristen aus Grossbritannien landen. Keystone

Die Tourismusorganisationen des Kantons Bern arbeiten daran, die Skiflüge aus Grossbritannien wieder auf den Flughafen Bern Belp zu holen. «Wir hatten im Herbst Kontakt mit zwei grossen und namhaften Touroperator auf dem Platz England und werden uns im Januar nochmals mit ihnen treffen», sagt Harry John, Tourismusdirektor des Kantons Bern.

Der britische Markt sei enorm wichtig für den Kanton, sagt John. Bern sei beim Skitourismus Marktführer in England und diesen Markt wolle man halten. Historisch seien die Engländer stark mit dem Berner Oberland verbunden, zudem seien viele Engländer begeisterte Skifahrer.

Individualtouristen kämen nach wie vor zahlreich. «Aber bei Gruppencharter fliegt die Mehrheit der Leute nach Genf und reist dann weiter in die französischen Alpen», sagt Tourismusdirektor John. Das Hauptproblem sei das hohe Preisniveau und überhaupt der starke Franken.

Daher seien auch die Verhandlungen mit den Reiseanbietern nicht einfach, so Harry John. Er versuche sie mit den klingenden Namen des Berner Oberlandes zu gewinnen und schaue gleichzeitig, dass die Bedingungen in der Region so ideal wie möglich seien. Wenn die Hoteliers die britischen Gruppen als Gäste wollten, müssten sie zum Beispiel durchgehend Platz anbieten, auch während der beiden Welcuprennen in Adelboden und Wengen, wenn sie jeweils ihre Hotels zwei bis dreimal füllen könnten.

Änderungen nötig

Auch der CEO des Flughafen Bern-Belp wünscht sich wieder Skiflüge. Mathias Gantenbein hält aber eine Anpassung des Angebots für nötig. «Ich stelle mir vor, dass wir in Zukunft bestimmte Märkte gezielter ansprechen.» Er denkt an Kunden, die an Exklusivem interessiert sind oder an ein junges Publikum. Diese wären wohl auch bereit, den höheren Preis zu bezahlen.

Harry John, der Tourismusdirektor des Kantons Bern, ist verhalten optimistisch. «Die stärksten Kräfte im Kanton Bern setzen sich dafür ein, diese Gäste wieder zurückzugewinnen.»