Bernische Buchverlage: Jeder muss seine Nische finden

In den Buchhandlungen sind Bücher mit bernischem Inhalt zuhauf zu finden. Offenbar können die Verlage prosperieren, wenn sie ein klares Profil haben, trotz allen wirtschaftlichen Zwängen. Eine Spurensuche beim traditionsreichen Berner Haupt-Verlag. Und beim viel jüngeren Thuner Werd & Weber-Verlag.

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Bildlegende: Buchhandlung in Bern (Symbolbild) Keystone

Da ist der Berner Traditionsverlag Haupt. Seit 110 Jahren hat er alle Stürme im Verlagsgeschäft und im Buchhandel erlebt und überlebt. Auch deshalb, weil er sich neben den wissenschaftlichen Publikationen aus seiner Gründerzeit auch als Sachbuch-Verlag mit einem klaren Fokus auf Natur und Freizeit etabliert hat, sagt Matthias Haupt, Verleger in dritter Generation. Neue Fachbücher zur Betriebswirtschaft und der neue Bildband über den Berner Tierpark Dählhölzli sind die Neuausgaben der letzten Wochen.

Und da ist der 20-jährige Thuner Werd & Weber-Verlag. Er fällt in der Branche und beim Publikum auf, weil er praktisch jede Woche ein neues Buch auf den Markt bringt. Es sind viele Führer zu vielen Themen und Orten. Und es sind Portraits von Menschen, die bekannt sind. Von Adolf Ogi bis Sepp Blatter. Vom Herzchirurgen Thierry Carrel bis zum Berner Stapi Alexander Tschäppät.

Jeder muss seine Nische haben

Die beiden Verlage in Thun und Bern sind von ihrer Herkunft und von ihrem Auftritt her unterschiedlich. Aber beide haben ihre Nische gefunden und ihre Kundschaft. In einem Verlags- und Buchhandels-Geschäft, das in den letzten Jahren einen tiefgreifenden Strukturwandel erlebt hat.

Im Gespräch mit Verleger Matthias Haupt und Verlegerin Annette Weber wird auch klar, dass sie an die Unsterblichkeit des gedruckten Buchs glauben, aller Digitalisierung zum Trotz.

Und sie sind sich auch einig, dass sie, von regionalen Publikationen abgesehen, die Finger von Romanen lassen. Mit den Millionenauflagen der grossen internationalen Konzerne können und wollen die Berner nicht mithalten.