Bernische Finanzdirektorin hält Sparauftrag für «unrealistisch»

Der Regierungsrat des Kantons Bern soll die Arbeitsabläufe und die Effizienz der Kantonsverwaltung unter die Lupe nehmen. Das Parlament hat einen entsprechenden Vorstoss überwiesen. Finanzdirektorin Beatrice Simon ist skeptisch.

EVP-Grossrat Hans Kipfer stellt sich laut der Motion ein «mehrjähriges Fitnessprogramm» für die Verwaltung vor. Unterstützt wurde er im Kantonsparlament von der eigenen Fraktion und von FDP, SVP, EDU und GLP. Mit 83 zu 55 Stimmen überwies das Parlament die Motion. Der Regierungsrat soll nun die Arbeitsabläufe und die Effizienz der Kantonsverwaltung unter die Lupe nehmen.

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Bildlegende: Finanzdirektorin Beatrice Simon. Keystone

Im Rahmen des Sparpakets ASP seien Ausgaben aller Art gestrichen worden, nun sei es Zeit, das Sparpotenzial innerhalb der Verwaltung auszuloten, befand die Ratsmehrheit.

Die Ratslinke, die BDP und die Regierung hatten geltend gemacht, die Optimierung von Arbeitsabläufen sei ohnehin eine Daueraufgabe der Regierung. Für die Verwaltung sei es wenig motivierend, wenn schon wieder über Sparmassnahmen diskutiert werde.

Viel Gegenwehr

«10 Prozent der Stellen innert fünf Jahren abzubauen ist unrealistisch», meint Beatrice Simon. Die bernische Finanzdirektorin fügt bei: «Solch einen massiven Abbau geht nur, wenn Verwaltungsaufgaben gestrichen werden.»

Der Bernische Staatspersonalverband (BSPV) sieht der Sparrunde gelassen entgegen. «Diese Ideen aus dem Kantonsparlament sind illusorisch», meint Geschäftsführer Matthias Burkhalter. «Viele unserer Aufgaben sind in der Verfassung festgeschrieben – und können nicht einfach so abgebaut werden.»