Bernische Schutzbehörde überzieht Budget deutlich

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden benötigen einen Nachkredit: «Wir haben zu eng budgetiert», sagt Regierungsrat Christoph Neuhaus.

Das Berner Kantonsparlament muss in der März-Session über einen Nachkredit befinden: Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) haben das Budget im letzten Jahr um 10,7 Millionen Franken überschritten.

Das machte die Zeitung «Der Bund» am Donnerstag publik. Die Zeitung wies darauf hin, dass der Regierungsrat bislang nicht über das Geschäft informiert hat. Der Vortrag ans Kantonsparlament ist aber bereits im Internet aufgeschaltet.

Die Kesb gibt es seit 2013. Die Kosten waren im Vorfeld ihrer Einführung ein grosses Thema; Kritiker befürchteten eine Kostenexplosion. Diese blieb bislang aus.

Allerdings fielen 2014 - im zweiten Kesb-Jahr - Mehrkosten an, die laut Regierung nicht voraussehbar waren. Das Budget von 115 Millionen Franken wurde deshalb um 10,7 Millionen Franken überzogen.

Die Regierung nennt dafür drei Gründe.

  • Die Massnahmenkosten (z.B. Unterbringung) fielen um 26,5 Millionen Franken höher aus als erwartet.
  • Die Kesb bauten Pendenzen ab, indem sie etwa Mandatsträger verspätet entschädigten.
  • Es entstanden Mehrkosten bei psychisch Kranken. Diese Pflegekosten hatte früher die Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) übernommen.

Der zuständige Regierungsrat Christoph Neuhaus weist zudem auf die schwierige Planung bei der Kesb hin. «Je nachdem, wie viele Personen eine Betreuung benötigen, wird es schnell günstiger oder eben teurer.» Er gibt jedoch auch zu: «Wir haben zu eng budgetiert.»