Besetzer des Berner Zieglerspitals dürfen bis Sonntag bleiben

Die Berner Linksautonomen, welche in der Nacht einen Teil des Berner Zieglerspitals besetzten, dürfen bis Sonntagabend bleiben. Das haben die Gebäudebesitzerin Spital Netz Bern und die Besetzer nach Gesprächen vereinbart.

Nach einem «sehr sachlichen und ruhigen Gespräch» habe man auch vereinbart, dass die Besetzer am Samstagabend im Gebäude eine «Informationsveranstaltung» durchführen dürften. Das sagte Markus Hächler, Mediensprecher der Spital Netz Bern AG.

Allerdings müssen die Besetzer dafür sorgen, dass nicht mehr als 130 Personen teilnehmen und nur der 7. Stock gebraucht wird. Dies aus Sicherheitsgründen, wie Hächler weiter sagte.

Die Besetzer hätten zudem versprochen, danach aufzuräumen und das Gebäude am Sonntagabend zu verlassen. Es seien etwa 30 Personen ins Gebäude eingedrungen. Von den Besetzern selber war für Hächlers Aussagen keine Bestätigung zu erhalten. Es würden keine Aussagen gemacht, sagte eine Aktivistin.

Für Selbstverwaltung

Die Besetzung richtete sich laut einer auf dem Internet veröffentlichten Botschaft gegen die geplante Verwendung des Zieglerspitals als Bundes-Asylzentrum ab Mitte 2016. In solchen Zentren würden die Menschen eingesperrt und jegliche Selbstbestimmung werde ihnen genommen. Stattdessen solle das Zieglerspital ein von Migranten selbstverwaltetes Zentrum werden.

Derzeit gehört das Zieglerspital noch der Spital Netz Bern AG, also der Berner Spitalgruppe, die mehrere öffentliche Spitäler der Region Bern umfasst. In der kommenden Woche geht das Areal an die Stadt Bern über. In eines der Gebäude auf dem Areal ziehen bereits in den nächsten Tagen Asylsuchende in eine temporäre Asylunterkunft des Kantons Bern ein. Dieses Gebäude blieb am Samstag unbesetzt.

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