Biel kämpft mit neuen Stellen gegen Sozialhilfequote

Mit 14 neuen Stellen in der Verwaltung will Biel Sozialhilfebezügern den Weg zurück ins Erwerbsleben ebnen. Die Stellen finanziert der Kanton Bern. Die Stadtverantwortlichen hoffen, die Kosten bis 2019 eingespart zu haben.

Die Bieler Stadtregierung stockt die Verwaltung auf, um die hohe Sozialhilfequote zu senken: In der Abteilung Soziales werden 14 Vollzeitstellen geschaffen. Das entspricht einem Ausbau der personellen Ressourcen um 15 Prozent.

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Bildlegende: Biel geht gegen die hohe Sozialhilfequote vor. SRF (Elisa Häni)

Die Massnahme koste Geld, räumt der Gemeinderat in einer Mitteilung vom Montag an. Er hat sich aber vorgenommen, dass «jeder zusätzlich eingesetzte Franken» ab dem Jahr 2019 wieder eingespart werde - durch tiefere Kosten in der Sozialhilfe. Zudem werden die Kosten für die Stellen durch den Finanz- und Lastenausgleich des Kantons Bern finanziert, wie der Sozialdirektor der Stadt Biel, Beat Feurer, bestätigte. 1,5 Millionen Franken kostet die personelle Aufstockung pro Jahr.

Mit der personellen Aufstockung will der Gemeinderat dafür sorgen, dass Sozialhilfebezüger schneller zurück in den Arbeitsmarkt finden und sich dort auch behaupten können.

Das setzt unter anderem voraus, dass Sozialarbeiter mehr Zeit für Beratung und Begleitung der Menschen haben. «Wir stellen fest, dass die jetzigen Mittel nicht ausreichen», so Sozialdirektor Beat Feurer. Die Sozialarbeiter werden deshalb von administrativen Tätigkeiten entlastet. Möglich werde dies durch die Einführung von Assistenzstellen, schreibt der Gemeinderat.

Biel mit Spitzenposition

In Biel beziehen mehr als 6000 Personen Sozialhilfe. Die Stadt belegt mit ihrer Sozialhilfequote landesweit eine Spitzenposition. Zur Senkung der Kosten hat der Gemeinderat bereits mehrere Massnahmen ergriffen. So schuf er eine neue Fachstelle, die gegen überteuerte Sozialwohnungen vorgehen soll.

Die Abteilung Soziales gehört zur Direktion von Gemeinderat Beat Feurer (SVP). Die Sozialpolitik sorgte in den letzten Jahren für Konflikte zwischen Feurer und der rot-grünen Mehrheit der Stadtregierung.