Elektrizitätsversorgung BKW verzichtet auf Atomstrom aus Fessenheim

Die Schweizer Stromkonzerne Alpiq, Axpo und BKW beziehen ab 2018 keinen Strom mehr aus dem französischen AKW Fessenheim, teilten sie am Dienstag mit. Ersatz aus dem In- und Ausland ist vorhanden, versichert die BKW.

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Bildlegende: Ein wichtiger Knotenpunkt für die Versorgung des Mittellandes: Die BKW-Unterstation Bickigen im Emmental. Christian Strübin/SRF

Alpiq, Axpo und BKW hatten für den Strombezug vom AKW Fessenheim im Elsass die Kernkraftwerk-Beteiligungsgesellschaft (KBG) gegründet und mit EDF, der Eigentümerin und Betreiberin der Anlage, einen entsprechenden Vertrag geschlossen. Dieser endet nun Ende 2017.

Die BKW bezog aus Fessenheim Strom für rund 120'000 Haushaltungen. Der verlässliche Ersatz dieser beträchtlichen Strommenge sei sichergestellt, versichert Hermann Ineichen, Leiter Produktion bei der BKW. Einerseits werde die Lücke mit Importen aus ausländischen Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken gefüllt, andererseits mit einheimischer Wasserkraft-Produktion.

«  Wir stellen unsere Produktion seit längerem um, um Fessenheim und später Mühleberg zu ersetzen. »

Hermann Ineichen
Leiter Produktion bei der BKW

Das nur 35 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernte AKW Fessenheim ist seit vier Jahrzehnten in Betrieb und sehr umstritten. Es gab dort wiederholt Pannen und Zwischenfälle. Laut aktueller Planung soll Fessenheim stillgelegt werden, sobald im nordfranzösischen Flamanville ein neuer Druckwasserreaktor in Betrieb ist. Dafür peilt der Betreiber EDF das Jahr 2019 an.