BLS Cargo schreibt einen Mikro-Gewinn

2015 hat BLS Cargo 289 000 Franken verdient. Eine schwarze Null, trotz mehr Verkehr. Aber damit ist das Unternehmen zufrieden, bei schwachem Eurokurs und historisch tiefen Dieselpreisen, die den Strassentransport bevorteilen. Jetzt rüstet sich das Bahnfracht-Unternehmen für die Zukunft.

Der Jahresgewinn der BLS Cargo beträgt 289'000 Franken. Eine schwarze Null, bei einem Umsatz von 170 Millionen Franken. Der Gewinn fiel damit geringer aus als im Vorjahr mit 2,5 Millionen Franken.

Das Verkehrsvolumen steigerte die Güterbahn allerdings um rund 11 Prozent, das sind rund 2'000 Güterzüge mehr als im Vorjahr. Das sei eine gute Auslastung, sagt CEO Dirk Stahl. Allerdings kompensiert es nur die Hälfte der Verluste im Vorjahr, als mit Deutscher Bahn Schenker Rail (DBSR) ein Grosskunde zum Konkurrenten SBB-Cargo wechselte. «Angesichts des Eurokurses und der Konkurrenz der Strasse sind wir stolz auf diesen Jahresabschluss», betont Dirk Stahl. Es habe sich auch ausbezahlt, den Anteil der Kunden markant zu erhöhen, den die BLS direkt betreut. Das habe zum Beispiel zu stark steigenden Mineralöl-Transporten aus Deutschland geführt.

Herausforderung Dieselpreis und Euro

Eine weitere Herausforderung sei der historisch tiefe Dieselpreis, der den Güterverkehr auf der Strasse verbilligt, wie Dirk Stahl bei der Bilanzmedienkonferenz ausführte. So koste ein Zug voll Güter, der von Lastwagen transportiert werde, rund 2'000 Euro weniger. Die schwerfälligen Regelungen bei der Bahn verhindere, dass die Bahn schnell mit den Tarifen reagieren könne.

Zudem habe die Bahn zwischen Holland und Italien zahlreiche technische Hürden, stetig zunehmende Auflagen, kostentreibende und zeitraubende administrative Bremsklötze.

«Wir appellieren an die Politik, sich jeweils auch der Kosten ihrer Entscheidungen bewusst zu sein», so Dirk Stahl in aller Deutlichkeit.

Investitionen in die Technik

BLS Cargo reagiert auch auf der technischen Ebene: 18 neue Mehrstrom-Lokomotiven erweitern die bestehende Möglichkeit, von Holland bis nach Italien durchzufahren, ohne die Lok wechseln zu müssen. Das beschleunige die Abläufe und schaffe die nötigen Erträge, so der CEO von BLS-Cargo.

Dazu rüstet die BLS ihre Flotte mit den neuen Zugssicherungssystemen aus, die auch zum Beispiel am neuen Gotthard-Basistunnel eingebaut werden. Von der neuen Röhre zwischen Zentralschweiz und Tessin erwartet der BLS-Cargo-Chef allerdings noch kein Wachstum: «Bis 2021 sind da noch beträchtliche bauliche Hindernisse zu erwarten. Deshalb sind wir auch für den Doppelspur-Ausbau der Lötschberg-Achse. Es braucht beides.»