Bahnverkehr in der Schweiz BLS interessiert sich für Fernverkehrslinien

Die BLS kann sich vorstellen, künftig ausser im Güter- und Regionalverkehr auch im Fernverkehr tätig zu sein und so der SBB Konkurrenz zu machen. Das hat das zweitgrösste Bahnunternehmen der Schweiz erstmals bestätigt.

Zug der BLS in Fahrt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: BLS-Züge auch für längere Strecken? Das Unternehmen überlegt es sich. Keystone

Der Fernverkehr sei ein interessantes Geschäftsfeld. Aber die BLS habe noch nicht definiert, welche Linien für sein Unternehmen in Frage kämen, sagt Mediensprecher Markus Hügli.

Die BLS wolle zuerst wissen, welche Bedingungen das Bundesamt für Verkehr (BAV) aufstelle. «Dann entscheiden wir, ob die BLS mitbietet. Wir machen das nicht um jeden Preis», sagte Hügli weiter. «Es muss in unser Konzept passen». Der BLS-Mediensprecher bestätigte mit diesen Aussagen eine Meldung der «Schweiz am Sonntag».

Konzessionen laufen aus

Das BAV führt derzeit mit mehreren Bahnunternehmen Gespräche mit Blick auf die Erneuerung der Fernverkehrskonzession. Diese Konzessionen, die derzeit nur auf die SBB ausgestellt sind, laufen Ende 2017 aus.

Die Südostbahn interessiert sich für den Betrieb der Gotthard-Bergstrecke, wie das Unternehmen im Juli 2016 mitteilte. Die BLS äusserte sich bisher nicht zum Fernverkehr.

BAV-Mediensprecherin Olivia Ebinger sagte am Montag zu diesen Gesprächen, Ziel sei eine weitere Verbesserung des Kundennutzens. «Es wäre gut, wenn sich die Unternehmen unter sich einigen würden. Wenn nicht, entscheidet das Bundesamt, wer welche Linie betreibt.»