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Bern Freiburg Wallis Blumen für hungrige Bienen

Den Bienen geht es nicht gut, das ist bekannt. Überall wird nach Ursachen und Lösungen geforscht. Auch an der Hochschule für Agronomie in Zollikofen bei Bern. Dort tüfteln die Forscher an einer Blumenweide, die im Juli und August blüht. Denn in dieser Zeit haben die Bienen zu wenig Nahrung.

Legende: Video Mehr Nahrung für hungrige Bienen abspielen. Laufzeit 3:39 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 25.06.2013.

Wenn es kalt ist, wie in den letzten Tagen, fliegen die Bienen nicht so fleissig umher, wie man es ihnen nachsagt. Nur die besonders Wetterfesten suchen Nahrung auf den Feldern. Doch auf denen sind Blüten von Mitte Mai bis Ende Juli rar.

Christian Oesch, Imker in Zollikofen bei Bern, spürt die Auswirkungen dieser Nahrungsnot bei seinen rund 30 Bienenstöcken: «Die Königin schränkt ihre Legetätigkeit sofort ein, wenn es zu wenig Nahrung hat. Und damit wird das Volk kleiner», sagt er in der Sendung «Schweiz Aktuell» von SRF.

Erste Erfolge

Hans Ramseier von der Hochschule für Agronomie in Zollikofen kennt den Grund für die saisonale Nahrungsknappheit. «Die Bauern stehen heute unter grossem Produktionsdruck. Sie müssen die Weiden früher mähen und dann fehlen den Bienen die Blumen.» Ramseier tüfftelt deshalb an einer Samenmischung, die genau dann zur Blüte kommt, wenn die Nahrung für die Bienen knapp wird.

«Wir haben deutlich mehr Bienen auf den Versuchsflächen gezählt als auf den herkömmlichen Ausgleichsflächen», so seine ersten Erkenntnisse, «und wir gehen davon aus, dass wenn die Bienen ausreichend Nahrung haben, sie dann stärker sind und Krankheiten besser überstehen.»

Kleine Fläche – grosse Wirkung

Die Versuchsfläche ist nur rund drei Meter breit und etwa hundert Meter lang. Sie liegt zwischen einem Maisfeld und Winterweizen. Gäbe es den schmalen Blumenstreifen nicht, würden die Bienen hier keine Nahrung finden. «Ein solcher Streifen reicht aus», sagt Hans Ramseier. «Die Bienen kann man mit Kühen vergleichen. Und da Bienen kleiner sind als Kühe brauchen sie auch nur eine kleine Fläche.»

Auf dem Versuchsfeld blühen im Moment Phacelien. In ein paar Tagen werden die blauen Blüten von Wicken, später von Kornblumen, Mohn und Klee abgelöst. So blüht während rund zwei Monaten immer einer Pflanze. Schon jetzt können Bauern die Saatmischung testen. Schaut man aufs Versuchsfeld scheint es, dass die Bienen jedenfalls schon begeistert sind.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Verena Berger, 8907 Wettswil
    Es gibt eine schier unbegrenzte Fläche, wenn sie nur richtig genutzt würde: All die Wegränder (angrenzend an Wälder, Wiesen und Äcker), die oft von den Gemeinden mehrmals jährlich gemäht werden. Meine Erfahrung: Aus ehemals vielfältigen und Blütenreichen Biotopen wird innert zweier Jahren eine Gras-Monokultur. Schade, auch für alle Wildbienen, die hier Blüten fanden!
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