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Bern Freiburg Wallis Buhrufe und Pfiffe gegen Asylzentrum in Giffers

Fast 1000 Personen nahmen an einem Infoabend von Bund und Kanton Teil. Was die Behörden zu hören bekamen, war vor allem Skepsis und Ablehnung.

Legende: Video Hitziger Protest gegen geplantes Asylzentrum abspielen. Laufzeit 6:47 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 26.02.2015.

Ab 2017 sollen im Institut Guglera in Giffers bis zu 300 Asylsuchende aufgenommen und betreut werden. Von den Plänen des Staatsekretariats für Migration haben die 1500 Einwohner des Orts im Sensebezirk aus der Zeitung erfahren. Entsprechend gross war der Aufmarsch der Informationsveranstaltung vom Mittwochabend.

Die Turnhalle war mit fast 1000 Personen bis auf den letzten Platz besetzt. Was die Behörden zu hören bekamen, war vor allem Skepsis und Ablehnung. Man sei vor vollendete Tatsachen gestellt worden, kritisierte Othmar Neuhaus, Gemeindepräsident von Giffers, zu Beginn der Veranstaltung.

Mannshohes Feuer
Legende: Stummer, aber bildstarker Protest: Mahnfeuer als Zeichen der Unzufriedenheit am Abend der Info-Veranstaltung. SRF

«Asylanten-Tsunami»

Mit der Ruhe sei es nun vorbei in seinem Dorf. 300 Asylbewerber machten 20 Prozent der Dorfbevölkerung aus. «Das ist ein regelrechter Asylanten-Tsunami», sagte der Gemeindepräsident und erntete tosenden Applaus. Giffers werde künftig mit dem Asylzentrum gleichgestellt, fügte Othmar Neuhaus aus. Der Imageverlust sei nicht wieder gut zu machen.

Das Gebäude der Guglera sei ideal für ein Bundeszentrum, rechtfertigte Barbara Büschi, stellvertretende Direktorin des Bundesamtes für Migration. «Es ist gut gelegen und bietet genügend Platz auch für Beschäftigungsprogramme und Schulunterricht der Kinder der Asylbewerber.»

«Das Vorgehen des Bundes gleicht einer Diktatur»

Man habe verschiedene Standorte im Kanton Freiburg überprüft. Die Guglera sei die beste Lösung. Das Gebäude sei in Privatbesitz. Sobald die Abklärungen abgeschlossen waren, habe man die Gemeinde informiert, erklärt Barbara Büschi.

Diese Art von Projekt wecke am Anfang immer Widerstand, sagte Barbara Büschi. Doch meist lege sich die Aufregung schnell wieder, wenn die Unterkunft erst einmal in Betrieb sei. Doch in der Bevölkerung brodelt es, wie die Voten am Informationsabend beweisen.

Die Freiburger Staatsrätin Anne-Claude Demierre versuchte, die Leute zu beruhigen: «Der Kanton wird mit Begleitmassnahmen helfen». Man betreibe in anderen Teilen des Kantons Asylunterkünfte mit zum Teil über 100 Menschen. Meist laufe es problemlos.

«Diese Menschen haben oft traumatische Erlebnisse erlebt», sagte Anne-Claude Demierre. Man habe auch Unterkünfte in Schiessständen oder in der Kaserne Poya in der Stadt Freiburg geprüft. Doch kein Standort sei so gut geeignet gewesen wie die Guglera.

Empörte Dorfbevölkerung: Einige Voten

«Die Schweiz ist zu attraktiv für Asylanten»
«Man darf ja nur leise reklamieren»
«Hört auf, uns Sand in die Augen zu streuen»
Die Bevölkerung sei überrumpelt worden, regt sich ein Mann auf. «Nun versucht man uns mit Schönrederei das Asylzentrum schmackhaft zu machen»
«80% sind keine echten Asylbewerber. Sie unterlaufen unser Sozialsystem»
«Das Vorgehen des Bundes gleicht einer Diktatur»

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Klar, das Thema "Asyl(un)wesen" hält der Grossteil der Schweizer-Bevölkerung weiterhin "auf 150!". Inhaltlich war und ist die Stimmung in Giffers also gut nachvollziehbar. Nur, Auspfeifen und Buhrufe haben an einer politischen Gemeindeversammlung nichts zu suchen! Solches unschönes Chaotentum passiert leider viel zu oft bei Strassen-Demos der Gewerkschaften oder anderen linken Organisationen! Probleme löst man politisch, am Tisch, miteinander und mit Anstand gegenüber aller Anwesenden!
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  • Kommentar von Roland Brügger, 5417 Untersiggenthal
    Ja, die ländlichen schweizer Gebiete, sehr gottesfürchtig, sehr christlich. Aber nur solange keine arme Fremden in der Nähe sind (gut zahlende Touristen und Millionäre ausgenommen). Dann besteht Christsein nur noch im sonntäglichen Kirchengang.
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