Casino Theater Burgdorf im Wettlauf gegen Zeit und Kosten

Die dringende Renovation des Burgdorfer Stadttheaters braucht mehr Geld und mehr Zeit. Neue Vorschriften und technische Anpassungen holen das Projekt immer wieder ein und machen das Projekt mittlerweile rund 3 Millionen Franken teurer. Baubeginn ist nun frühestens 2016 - wenn das Geld da ist.

Die nächtliche Fassade des Casino Theaters Burgdorf, festlich beleuchtet. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Casino Theater Burgdorf ist dringend sanierungsbedürftig. Vor und hinter der Fassade. zvg Projektdossier CTB

Die Sanierung des Burgdorfer Stadttheaters «Casino Theater Burgdorf» kostet neu rund 13,8 Millionen Franken. Knapp 3 Millionen mehr als bisher gerechnet, auch wenn die Projektleitung schon eine Million herausgestrichen hat.

Und mit dem Baubeginn ist frühestens 2016 zu rechnen. Denn der Verwaltungsrat beginnt mit dem Bau erst, wenn neben den Umbaukosten auch die jährlichen Betriebsmittel von rund 290'000 Franken gesichert sind, das ist rund drei Mal mehr als bis jetzt.

«So haben wir an der Generalversammlung unsere Aktionäre orientiert. Die Situation ist nicht ganz einfach», sagt Verwaltungsratspräsident Markus Grimm.

Je länger es geht, desto teurer wird es

Tatsächlich ist das Sanierungsprojekt in den letzten acht Jahren von neuen Vorschriften und neuen technischen Anforderungen immer wieder überholt worden, bei Teuerung, Reserven, Denkmalschutz, Lärm, Sicherheit oder Bühnentechnik. «Wir wollen diese Finanzprobleme im Jahr 2015 gelöst haben. Es macht allerdings auch keinen Sinn, Millionen in ein Stadttheater zu stecken, das man dann nicht professionell betreiben kann», resümiert Markus Grimm. Er will deshalb mit den Hauptaktionärinnen Einwohnergemeinde und Burgergemeinde Burgdorf und weiteren Kreisen verhandeln.

Ob dabei der stadteigene Energieversorger Localnet AG nochmals in die Kasse greift, ist offen. 2012 verpflichtete die Politik das Unternehmen, aus den Reserven 10 Millionen Franken an die Sanierung des Casinos und der Markthalle beizutragen. «Das war ein politischer Entscheid, bei dem wir an die Schmerzgrenze gegangen sind. Wenn jetzt neue Begehren kommen, müssten wir das sehr genau anschauen,» reagiert Urs Gnehm, der Vorsitzende der Localnet-Geschäftsleitung.