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Chlorothalonil belastet Wasser in über 50 Berner Gemeinden
Aus Schweiz aktuell vom 06.02.2020.
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Chlorothalonil im Trinkwasser Wasserversorger prüft Haftungsklage gegen den Bund

Wegen Chlorothalonil-Rückständen im Wasser müssen die Wasserversorger handeln. Einer lässt das nicht auf sich sitzen.

In zahlreichen Gebieten des Kantons Bern sind im vergangenen Jahr zu hohe Reste des Fungizids Chlorothalonil im Trinkwasser festgestellt worden. Das geht aus den Resultaten von amtlichen Messungen hervor, welche der Kanton Bern am Donnerstag veröffentlichte.

Chloro was?

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Chlorothalonil ist ein Wirkstoff, der in der Landwirtschaft seit den 1970er-Jahren als Fungizid eingesetzt wird, insbesondere zum Schutz von Getreide gegen zahlreiche Krankheiten. Das Pflanzenschutzmittel wird aber nicht nur in der Landwirtschaft eingesetzt, sondern auch bei Rasenflächen, Blumen, Sträuchern oder Zierpflanzen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stellte im Frühling Hinweise auf eine Gesundheitsgefährdung durch Abbauprodukte von Chlorothalonil fest.

Weil die Stoffe Krebs verursachen können, ist der Einsatz von Chlorothalonil seit Beginn des Jahres in der Schweiz untersagt.

Die Verbreitung ist massiv grössser als bisher angenommen. Betroffen ist vor allem der Oberaargau und das Seeland. Zum Beispiel die Seeländische Wasserversorgung SWG, welche 20 Gemeinde versorgt.

Wir wollen uns diese Kosten nicht einfach aufhalsen lassen.
Autor: Roman WigetGeschäftsführer Seeländische Wasserversorgung SWG

Roman Wiget, Geschäftsführer der SWG, überlegt sich nun, den Bund zu verklagen: «Wir prüfen gegenwärtig eine Haftungsklage gegen das Bundesamt für Landwirtschaft, welches das Chlorothalonil in den 1970-er Jahren zugelassen hatte.»

Kosten von einer Million Franken

Hintergrund dieser möglichen Haftungsklage sind die Kosten, welche die Chlorothalonil-Rückstände dem Wasserversorger verursachen. Die SWG plant diese Rückstände mit der sogenannten Umkehrosmose aus dem Wasser zu filtern. Eine entsprechende Anlage kostet eine Million Franken. Kosten, welche schlussendlich die Gebührenzahler berappen müssten.

Ein Wasserstrahl spritzt auf eine Hand.
Legende: Trinkwasser: Nicht überall genug sauber. Keystone

Man prüfe die Haftungsklage, um den Gebührenzahlern zu zeigen, dass man sich diese Kosten nicht einfach aufhalsen lasse – Kosten, welche man gar nicht selber verursacht habe, sagt Roman Wiget. Man wolle die möglichen Chancen einer Klage aber gut abwägen. Denn: «Das Risiko ist gross, dass man mit dieser Klage scheitert. Der Prozess würde für die Gebührenzahler damit nur noch mehr Kosten verursachen.»

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Daniela Wyss  (topas)
    wer will den immer grössere höfe mit grösseren maschinen? etwa die bauern?es kommt vo oben herab was die bauern tun sollen. das wird mittels direktzahlungen vom bund gesteuert und die bauern können teils mittlerweile nur noch so überleben.das messer am hals der bauern ist das. nicht wirklich eine wahl haben die. es wird auch mit 5G so ergehen.bin dann gespannt wie man dann das rad zurückdrehen will,wenn hummeln und bienen alle weg sind. bereitet euch auf kunstnahrung vor- alles künstlich gemixt.
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  • Kommentar von Balz Wielatt  (Wielatt)
    Es kann ja nicht sein, dass die mit Milliarden subventionierte Landwirtschaft uns langsam aber sicher vergiftet. Die zynische Frage sei erlaubt, wer denn die Subventionen bezahlen soll, wenn alle Steuerzahler/innen vergiftet sind....
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  • Kommentar von Theo Koller  (einaeugiger)
    Weshalb nicht die Verursacher verklagen; Bauern und Landwirte.
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    1. Antwort von Daniel Ackermann  (saskilte)
      Wieso nicht die wirklichen Verursacher verklagen, alle Verbraucher die sich kein Bio leisten können oder wollen?
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    2. Antwort von Oliver Oettli  (Taino)
      Weil den Bauern in den letzten 40 Jahren gesagt wurde, das Mittel sei unbedenklich und absolut sicher.
      Verantwortlich sind die Hersteller, die diesen Dreck auf den Markt gebracht haben sowie die Stellen, die das Mittel über Jahrzehnte bewilligt haben.
      Heutzutage aber müssen alle Bauern auf diese (und andere!) Mittel verzichten. Diese Dinge sind alle schlicht nicht sicher.
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