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Legende: Audio stellvertretender Kantonschemiker: «Nationales Verbot macht Sinn» abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 16.08.2019.
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Chlorothalonil im Wasser Kanton Bern will handeln und das Pestizid verbieten

Die Behörden fordern den Bund zum Handeln auf. Sonst wollen sie den den Einsatz des Pestizids selber einschränken.

Die kürzlich in Grund- und Trinkwasser aufgefundenen Chlorothalonil-Rückstände stellen laut dem Kanton Bern keine akute Gefahr dar. «Das Trinkwasser kann im Kanton Bern weiterhin bedenkenlos genossen werden», sagt Urs Ackermann, stellvertretender Kantonschemiker.

Nationales Vorgehen mache Sinn

Dennoch wollen die Berner Behörden handeln. Zusammen mit den Wasserversorgern will der Kanton bis Ende Jahr die Situation analysieren und wo nötig Massnahmen definieren. Auch behält sich der Kanton Bern vor, für chlorothalonilhaltige Produkte Anwendungseinschränkungen zu erlassen. Dies für den Fall, dass der Bund diesen Wirkstoff nicht rasch verbieten sollte. Der Bund prüft ein Verbot, wie seit Kurzem bekannt ist.

Ein nationales Vorgehen mache Sinn, da alle Kantone gleichzeitig handeln würden, sagt der stellvertretende Kantonschemiker Urs Ackermann. Wenn ein Kanton Chlorothalonil verbiete und der Nachbarkanton nicht, dann löse dies das Problem nicht. «Durch das Grundwasser kann der Stoff wieder in den Kanton Bern gelangen», so Ackerman.

Werte im Leitungswasser tiefer als im Grundwasser

Chlorothalonil ist ein Wirkstoff, der in der Landwirtschaft seit den 1970er-Jahren als Fungizid eingesetzt wird, insbesondere zum Schutz von Getreide gegen zahlreiche Krankheiten. Zum Schutz der menschlichen Gesundheit gelten dafür seit Anfang Juli 2019 strenge Höchstwerte. Es handelt sich um eine Vorsorgemassnahme, da nicht erwiesen ist, dass diese Stoffe für Menschen ungefährlich sind.

Der Kanton Bern weist darauf hin, dass Grundwasser nicht gleich Trinkwasser ist. Die verschiedentlich publizierten Höchstwertüberschreitungen bezögen sich oft nur auf die Grundwasserfassungen. Weil Grundwasser bei der Trinkwasseraufbereitung häufig mit Quellwasser oder Seewasser gemischt werde, seien die Werte von Chlorothalonil im Trinkwasser in der Regel tiefer als im Grundwasser.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Kramer  (Kaspar)
    "...seien die Werte von Chlorothalonil im Trinkwasser in der Regel tiefer als im Grundwasser."
    Keine Regel ohne Ausnahme. Es muss nur eine Zuleitung zum Verdünnen versagen, und schon steht die Regel Kopf. Man zieht mittlerweile sämtliche Register, um 30 Jahre Behördenschlaf zu vertuschen. Das Zeug ist im Boden. Und es wird weitere 30 Jahre ausgewaschen werden, auch wenn man es sofort stoppt und verbietet.
    Die Fungizide, welche auf Holzfassaden aufgebracht werden, könnte man auch mal erläutern.
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  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Das wäre vom Kt. Bern eine Vorreiter-Rolle in CH !!
    Endlich wäre mal gehandelt als nur bla-bla. Und andere Kantone würden mitziehen.
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