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Die Bauern haben über 200 Liter gebracht
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 28.08.2020.
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Chlorothalonil Wasserversorger kauft Bauern giftige Pflanzenschutzmittel ab

Im Berner Seeland konnten Bauern verbotenes Pflanzenschutzmittel abgeben und erhielten noch Geld dafür.

Es sind zwei ungleiche Partner, die hier zusammenspannen: Bauern und Wasserversorger. Oft haben sie das Heu nicht auf der gleichen Bühne. Die Bauern wollen ihre Ernte vor Schädlingen schützen. Die Wasserversorger sind beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um die Qualität des Grundwassers besorgt.

Seit Anfang Jahr ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mit Chlorothalonil verboten. Denn die Rückstände im Wasser könnten krebserregend sein. Die verbotenen Pflanzenschutzmittel stehen aber noch kanisterweise bei den Bauern auf den Höfen.

Chlorothalonil

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Chlorothalonil ist ein Wirkstoff, der in der Landwirtschaft seit den 1970er-Jahren als Fungizid eingesetzt wird, insbesondere zum Schutz von Getreide gegen zahlreiche Krankheiten. Das Pflanzenschutzmittel wird aber nicht nur in der Landwirtschaft eingesetzt, sondern auch bei Rasenflächen, Blumen, Sträuchern oder Zierpflanzen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stellte im Frühling fest, dass Abbauprodukte von Chlorothalonil die Gesundheit gefährden können.

Weil die Stoffe Krebs verursachen können, ist der Einsatz von Chlorothalonil seit Beginn des Jahres in der Schweiz untersagt.

Im Berner Seeland, wo die Belastung des Trinkwassers besonders gross ist, hat der Wasserversorger SWG nun angeboten, die Restbestände der Bauern aufzukaufen. Zusammen mit der Landwirtschaftlichen Organisation Seeland LOS hat sie die 200 Bauern ihres Einzugsgebietes aufgerufen, die Restbestände abzugeben. Danach werden die mittlerweile verbotenen Pflanzenschutzmittel fachgerecht entsorgt.

Bauern wollen das Chlorothalonil loswerden

Rund 30 Bauern sind gekommen. Pro Liter erhielten sie 12 Franken. So zum Beispiel Ernst Dällenbach. «Ich brachte ‹Bravo 500›. Das ist ein Pilzfungizid. Damit blieb meine Gerste gesund.» Ohne dieses Fungizid gebe es jetzt halt eine kleinere Ernte. Dafür erhält er hier für die Entsorgung etwas Geld. Er sei aber nicht wegen des Geldes gekommen, sagt Dällenbach. «Ich wollte das Chlorothalonil einfach loswerden».

Eine Kiste mit vielen Kanister drin.
Legende: Die Pflanzenschutzmittel werden nun fachgerecht entsorgt Matthias Baumer/SRF

Insgesamt sind etwas mehr als 200 Liter zusammengekommen. Der Geschäftsführer der Wasserversorgung Roman Wiget musste knapp 2500 Franken bezahlen. Das habe er gerne getan, wie er sagt: «Alles was man vorsorglich machen kann ist um ein x-Faches günstiger, als den problematischen Stoff wieder aus dem Trinkwasser zu filtern.»

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 27.08.2020, 06:32;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Michel  (Mosses01)
    Ich bin von den Kommentaren enttäuscht, resp. ich denke viele verstehen die Systematik nicht
    - die Agrochemie entwickelt Pestizide zum Einsatz in der LW -> Business
    - das BAL prüft diese und gibt sie für den Einsatz in der LW frei -> mit Steuern finanzierte Regierungsorganisation
    - die LW verwendet diese Pestizide - mit hohen Subventionen unterstüzt -> Steuerzahler
    - Wasserversorger kaufen diese zurück (...Steuerzahler) zwecks Entsorgung.

    ES GEHT NICHT UMS GELD SONDERN UM DEN TEUFELSKREIS
  • Kommentar von basil franguiadakis  (weissnix)
    bravo!
  • Kommentar von Esther Jordi  (EstherJ.)
    Mir ist es egal, ob es 2'500 oder 5'000 Franken gekostet hat. Für mich zählt in dem Fall nur, dass bei uns im Seeland nicht noch mehr von dem Gift im Wasser landet.