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Bern Freiburg Wallis «Chouf-Nüt-Tag» in Bern: Die Kunst des Verzichts

Die Weihnachtszeit naht – und damit für viele Läden das grosse Geschäft. Mitten im Einkaufsrummel in der Berner Innenstadt warben am Samstag verschiedene Organisationen dafür, einen Tag lang nichts zu kaufen. Die Idee: Weniger konsumieren, mehr leben.

Plakat mit Aufschrift «Wenig ist das neue Viel»
Legende: Konsum ist nicht nur schlecht – aber er muss massvoll sein, sagen die Organisatoren des «Chouf-Nüt-Tags». Leonie Marti/SRF

«Ganz ehrlich, ich habe mich heute selber nicht daran gehalten», gibt Remo Wiegand gleich zu Beginn des Gesprächs zu. Er ist Mitglied der christlichen Denkfabrik ChristNet und Mitorganisator des «Chouf-Nüt-Tags» in Bern. Sie hätten zu wenig Essen geliefert bekommen für die Aktion auf dem Bahnhofplatz und deshalb noch einkaufen müssen.

Konsum gehört zum Alltag

Es sei tatsächlich nicht einfach, einen ganzen Tag lang nichts einzukaufen, so Wiegand. Aber das sei eben gerade gut: «Dass wir uns in Erinnerung rufen: Konsum ist fest in unserem Alltag verankert.» Oft würden wir Dinge kaufen, ohne zu überlegen, ob wir die wirklich brauchen. Das schade der Umwelt – und schlussendlich auch uns selber.

Auf etwas verzichten heisst auch gewinnen.
Autor: Remo WiegandMitorganisator «Chouf-Nüt-Tag»

Remo Wiegand wünscht sich, dass sich Leute vermehrt bewusst werden, dass – wenn sie auf etwas verzichten – sie auch etwas gewinnen. «Nämlich Freiraum. Und die Freiheit zu sehen wer man ist und nicht nur was man hat», so Wiegand.

Schlecht fürs Geschäft?

Die nahende Weihnachtszeit gehört für die Läden der Berner Innenstadt zur umsatzstärksten Zeit. Wollen die Aktivistinnen und Aktivisten des «Chouf-Nüt-Tags» das Weihnachtsgeschäft kaputt machen? «Sicher nicht», sagt Lea Künzli von Public Eye, ehemals Erklärung von Bern. «Aber wir fordern Konsumentinnen und Konsumenten dazu auf, bewusst einzukaufen. Das heisst: Regional und fair.» Aber halt doch vor allem: Weniger.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis: 17:30 Uhr)

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Diese Aktion finde ich toll! Viel besser als shoppen, nur weil einem nichts Phantasievolleres einfällt. Ebenso ist Shoppen - zumindest dann, wenn man schon die kleinen Kinder einem auf der Nase herumtanzen lässt, indem man ihnen jeden Wunsch erfüllt - schädlich, stressig und geldverschleudernd. Viel schöner ist es doch, sich miteinander in der freien Natur, z. B. im Wald, zu bewegen, oder jemandem, der sich einsam fühlt, ein Stück Zeit/Aufmerksamkeit zu schenken. Das wäre für mich Advent!
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